13. Oktober 2021

Liebes Tagebuch,

heute erzähle ich Dir eine kleine, lustige Geschichte aus meinem Pflegealltag. Man nennt sie Helikopter-Mütter, die Mütter, die ihren Kindern alles abnehmen, für sie alles regeln, sie überall hinbringen und abholen. Sie sorgen sich um ihre Kinder Tag und Nacht, geben ihr Leben auf, um immer für ihre Kinder da zu sein.

Seit einiger Zeit pflege ich eine ältere Dame. Sie wohnt ganz in der Nähe von einer Bushaltestelle. Jeden Morgen beobachte ich, wie die Mütter ihre Kinder zur Bushaltestelle bringen, wobei die meisten Kinder keine gefährliche, vielbefahrene Hauptstraße überwinden müssten. Und somit könnten sie auch alleine zur Haltestelle gehen. Als ich mich mit der Patienten darüber unterhielt, meinte diese: „Es ist alles anders geworden.“ Sie hätte nie ihre Kinder zur Bushaltestelle gebracht oder ins Dorf und zu Freunden oder zum Fußballtraining. Ihre Kinder haben sich das Fahrrad geschnappt und sind los.

Aber nach einiger Zeit bin ich des Rätsels Lösung auf die Spur gekommen. Wenn ich früh dran bin, sehe ich die Mütter bei den Kindern auf den Bus warten. Wenn ich spät bin, dann sehe ich nur noch die Mütter – in der Bushaltestelle stehend mit der Fluppe in der Hand und quatschen. Wahrscheinlich ist es ein morgendliches Ritual, sich dort zu treffen und sich auszutauschen. Jeden Tag berichte ich meiner Patientin davon. Und wir müssen zusammen immer etwas schmunzeln, denn letzte Tage standen die Väter zusammen dort und waren am quatschen. Ich habe meiner Patientin schon Bescheid gesagt, dass es diese und nächste Woche langweilig wird. Da fragte sie mich ganz traurig, warum? Und ich berichtete ihr, dass ja Ferien sind und somit keine Kinder zum Bus müssen und die Mütter sich nicht treffen können zum Rauchen und Quatschen.

Deine Stephanie Fricke


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