24. Juli 2020

Liebes Tagebuch,

manchmal denkt man, es kommt ein riesiges Gewitter. Aber dann ist nicht mal ein kleiner Blitz daraus entstanden.

Vor einiger Zeit hatten wir eine Neuaufnahme für unseren Pflegedienst. Der Sohn bat uns, die Medikamente für seine Mutter doch im Büro zu lagern und ihr diese täglich auszuhändigen. Denn sie hatte die wohl mal wahllos eingenommen. Ich erklärte ihm jedoch, dass wir im Büro keinerlei Medikamente lagern. Wir könnten ihr aber eine Box mit einem Schloss mitbringen und die Medikamente dort sicher aufbewahren. Der Sohn war beruhigt und die ersten Tage lief dieses Schema auch ganz gut. Doch dann drohte das „Gewitter“ aufzuziehen: Die Mutter beschwerte sich massivst, was dieser „Scheiß“ solle. Sie wäre doch nicht entmündigt! Sie erwarte, dass man ihr ihre Medikamente aushändigt.
Und wie das oft so ist, in kritischen Situationen gehe ich dann hin und versuche diese Lage zu klären. Ich setzte mich mit ihr an einen Tisch. Sie schaute mich schon herausfordernd an und ich erklärte ihr dann mein Dilemma. Ihrem Sohn hatte ich versprochen, dafür Sorge zu tragen, dass sie nicht mehr so einfach an ihre Medikamente kommt. Dieses möchte aber die Mutter nicht. Sie will Zugriff auf Ihre Medikamente haben. Und somit saß ich zwischen den Stühlen. Ja, die Patientin schaute mich grinsend an und sagte zu mir: „Jetzt haben Sie die Scheiß-Karte!“ Ja, so war es dann. Sie erklärte mir, Sie muss mehrere Tabletten einnehmen. Und dieses mit zeitlichem Abstand, damit sie die besser verträgt. Deshalb fängt sie schon früh morgens um sieben damit an. Wenn wir als Pflegedienst aber erst um 10:00 Uhr kommen und ihr die Medikamente dann erst aus der Box geben, ist ihr das dann einfach zu spät. Dann schafft sie es nicht, alle Medikamente bis zur nächsten Gabe zu nehmen. Daraufhin lächelte ich sie an und machte einen Vorschlag. Sie bekommt immer eine Dosette mehr schon am Vortag für den nächsten Morgen. Somit konnte sie nicht massivst Medikamente auf einmal einnehmen, aber am nächsten Tag in der Früh zeitig mit der Einnahme beginnen. Jetzt lächelte auch sie und sagte: „Die Lösung war ja einfach.“

Und somit ist aus einem drohenden Gewitter nicht mal ein Blitz geworden.

Deine Stephanie Fricke


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