14. Dezember 2017

Liebes Tagebuch,

heute erzählte Danny im Büro, dass sie Dich, liebes Tagebuch, auch regelmäßig liest. Und sie fand den Eintrag über unser Beschwerdemanagement bezüglich einer MDK-Prüfung richtig und wichtig. Dass es  aber wirklich traurig ist, dass nur Kritik überprüft wird und kein Lob. Und dann erzählte Danny, dass sie ein dickes Lob von einer Tochter eines Patienten heute erhalten hat:
Gestern hat Danny für den Patienten schon das Weihnachtsgeschenk mitgebracht. Und dieses Jahr ist es eine Tasse, schön eingepackt mit etwas Schokolade und Nüssen. Das sah die Tochter gestern und sagte: „Die ist ja toll, nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu schwer und genau passend für einen Kaffee oder Tee. Und wenn Papa die nicht haben will, dann kriege ich die.“ Heute früh dachte Danny: „Naja, wir haben ja genug Tassen.“ Und da noch eine schön eingepackte Tasse übrig war, nahm Danny diese und brachte sie der Tochter mit. So kam sie dort an und übergab das Geschenk direkt der Tochter. Diese war total erstaunt, nahm freudig das Geschenk entgegen und sagte: „Ihr seid toll! Mir einfach jetzt so eine Tasse zu schenken und wie ihr mit Papa umgeht. Ihr fahrt tolle Autos. Ihr seid einfach insgesamt – auch wer am Wochenende kommt – eine Super-Truppe.“ Dann erzählte sie weiter, dass sie gesehen hat, wie eine Kollegin von uns auf Danny an der nächsten Ecke gewartet hatte. Danny erklärte ihr darauf, dass wir zur Zeit einen Patienten versorgen, den wir morgens nicht alleine pflegen können. Die Tochter äußerte, dass fände sie ja toll, dass wir uns so gegenseitig unterstützen würden. Danny musste dann lachen und sagte: „Noch besser ist, dass wir dann an der nächsten Ecke anhalten und erst einmal zusammen eine rauchen.“ Da musste auch die Tochter herzhaft lachen, klopfte ihrer Mutter leicht auf die Schulter und sagte: „Das tun wir auch Mutti, nicht wahr? Gleich gehen wir zusammen in den Keller um eine zu rauchen.“

Und schön wäre es, so meinte Danny heute früh zu uns im Büro, wenn der MDK so etwas mal lesen würde. Sicherlich machen wir auch Fehler und sind nicht perfekt – aber wer ist das denn schon.

Deine Stephanie Fricke

23. November 2017

Liebes Tagebuch,

da wir vor einiger Zeit unsere Pflegedokumentation auf SIS (Systematische Informationssammlung) umgestellt haben, schreiben wir jetzt auch Maßnahmenpläne und keine Pflegeplanung mehr.

Ich pflege seit einigen Jahren einen jüngeren Mann, den ich jeden Montag bade. Wenn er nach dem Baden wieder im Bett liegt, muss ich ihn ja noch abtrocknen und eincremen. Und dieser Vorgang muss ganz genau beschrieben werden. Meistens quatschen wir soviel dabei, da wir uns ja auch schon so viele Jahre kennen, dass ich ihn nicht in seinem Redefluss unterbrechen möchte, wenn ich etwas von ihm will. So drehe ich ihn mal nach links oder nach rechts und zeige ihm dieses mit einer Handbewegung an – wir verstehen uns also „ohne Worte“. Wenn er mir seinen rechten Arm geben soll, wobei ich immer an seiner linken Körperseite stehe, klopfe ich ihm leicht mit meinem Handrücken auf den Brustkorb und halte ihm meine rechte Hand gestreckt hin. Dann legt er seine rechte Hand in meine. Als ich den Maßnahmenplan auch genauso geschrieben habe, fragte ich meine Kollegen, ob sie das auch so machen würden. Da mussten sie alle lachen und sagten, nee, sie hätten ihn noch nie geklopft. „Ja,“ sagte ich, „da aber ab jetzt der Maßnahmenplan für alle verbindlich ist, müsst ihr ihm demnächst auch auf den Brustkorb klopfen. Und zudem gibt es noch so ein kleines Spiel: Wenn er auf der rechten Seite liegt, und ich drehe ihn wieder zurück, nimmt er Schwung mit seinem linken Arm und ich fange diesen dann auf, damit er nicht so auf die Bettkante fällt. Der junge Mann versucht dabei immer schneller als ich zu sein.“ Meine Kollegen äußerten, dass sie das nicht könnten – Brust klopfen und Arm fangen. So gut wie ich würden sie ihn ja nicht kennen.  Aber ist gibt ja noch etwas, was meine Kollegen von meiner Art zu pflegen umsetzen müssten: Vor einiger Zeit hatte ich mich mit dem jungen Mann unterhalten, dass wir ja nicht unsere Kinder schlagen dürfen. Und ich meine Patienten ja auch nicht. (Aber das ist sehr langweilig 😉 ) Darauf meinte er verschmitzt, ich dürfe alle Patienten schlagen, nur ihn nicht. Ich erklärte ihm darauf, dass ich mir überlegt habe, meine Patienten deshalb mit dem Finger anzuschnipsen. Wenn er also mal recht müde ist und nicht mithilft bei der Pflege, dann schnipse ich ihn immer leicht am Oberarm, spreche ihn an und sage: „Hallooo, wach werden!“ Er muss dann immer lachen und sagt, er dürfe ja auch nicht immer machen, was er will, er darf nicht weiterschlafen, während ich da bin.
Und jetzt üben meine Kollegen bei ihm das Brustklopfen und Schnipsen am Oberarm.

So ist das im Leben: Wir Pflegekräfte dürfen es nicht – und die Patienten auch nicht: Immer machen was man will.

Deine Stephanie Fricke

16. November 2017

Liebes Tagebuch,

schon öfters habe ich Dir ja schon darüber geschrieben, dass wir vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) überprüft werden. Wie z.B.: Wird das Personal nach ihrer fachlichen Qualifikation eingesetzt, gibt es für all die Patienten auch genug Personal?
Und es wird überprüft, ob wir ein Beschwerdemanagement haben. Das besteht aus einem Konzept, in dem steht, was überhaupt eine Beschwerde ist. Wie wir damit umgehen und wie wir dann danach handeln.
Für Lob gibt es so etwas nicht. Es wird auch nicht danach gefragt. Es werden sich die Beschwerden angeschaut, die wir schriftlich festhalten müssen. Aber positive Reaktionen von Patienten oder Angehörigen interessieren nicht.
Dabei sind auch gerade die so wichtig für die Motivation der Mitarbeiter.

Und hier, liebes Tagebuch, möchte ich Dir einmal so einige aufzeigen:
Wir pflegen einen älteren, sehr pflegebedürftigen Herrn. Der Sohn hat schon des Öfteren geäußert: Wenn er uns nicht hätte, wären sie verloren. Auf uns würde er nichts kommen lassen.
Meine Kollegin Dany ist einmal in einer Traueranzeige erwähnt worden, mit einem besonderen Dank für die Pflege und Betreuung der Mutter, die verstorben war.
Vor Kurzem ist von uns ein Patient gestorben. Die Ehefrau und Tochter schickten uns eine persönliche Danksagung und bedankten sich noch einmal ausdrücklich bei Larissa und Nicole für die liebevolle Pflege und Betreuung.
Wir bekommen oft Karten, nachdem unsere Patienten verstorben sind, oder auch zu Weihnachten, in denen die Angehörigen  oder der Patient sich sehr bei uns bedanken, für unser Tun und Handeln.

Wir sind immer bemüht, für unsere Patienten das Beste zu geben. Wir können ja leider keine Wunder vollbringen. Aber mit einem einfachen Lächeln können wir oft für die Patienten „den Tag retten“. Selbstverständlich ist es für uns oberstes Gebot, durch qualifizierte Aus-, Fach- und Weiterbildung ein Optimum an Pflege und Betreuung unseren Patienten zu bieten. Oftmals geht es uns persönlich ja auch nicht so gut oder man hat mal schlechte Laune. Aber beim Patienten müssen wir unsere Gefühle und Launen beiseite lassen.

Hier, liebes Tagebuch, möchte ich einmal sagen: „Ich habe das weltbeste, liebevollste, lustigste und auch verrückteste Team. Und auch nur so können wir uns hervorragend und liebevoll um unsere Patienten kümmern.

Deine Stephanie Fricke

10. November 2017

Liebes Tagebuch,

es wird ja momentan immer früher dunkler und später hell. Und die Nachrichten sind voll mit Warnungen vor Einbrüchen jetzt in unserer dunklen Jahreszeit. Man ist ja nun auch schon so sensibel, wenn ich nach draußen gehe um meinen Garten in Ordnung zu halten, dann gehe ich meistens durch die Terrassentür nach draußen. Früher habe ich diese nicht abgeschlossen, was ich aber mittlerweile tue. Da man ja auch oft gehört hat: Die Menschen sind hinten im Garten und vorne wird eingebrochen. Oder anders herum, sie sind vorne im Vorgarten und es wird hinten durch die Terrassentür eingestiegen.

Genauso vorsichtig bin ich wenn ich zur Bank muss um Geld abzuholen. Ich gehe immer zu den Öffnungszeiten und nie abends spät an den Automaten, damit ich nicht alleine bin. Und jedem, der mich sieht, ist ja klar, dass ich Geld abgehoben habe. Und selbst bei der Bedienung des Bankautomaten wird zur Vorsicht geraten. Wie z.B. beim Eingeben der PIN-Nummer, sich so hinzustellen und die Tastatur abzudecken, damit niemand die PIN-Eingabe beobachten kann. Worüber ich mich aber immer ärgere: Die Automaten sind immer so laut, dass man die Ausgabe des Geldes hört. Also bei jemandem, der nur 50 Euro zieht, macht der Automat nur kurz „rums“. Und bei jemandem, der vielleicht 500 Euro und mehr zieht, kommt dieses „rums“ auch dementsprechend lange. Also für jeden Mitbesucher im Raum der Bankautomaten ist deutlich zu hören, ob die betreffende Person, wenig oder viel Geld abhebt. Also liebe Leute: Jedem sollte klar sein, so vorsichtig wie wir sind – und ich bin wahrlich keine Schissbüx – schützen können  wir uns sowieso nicht vor allem und das Leben ist viel zu schön um sich deswegen verrückt zu machen. Aber achten Sie darauf, wer in dem Bankraum hinter Ihnen steht.

Deine Stephanie Fricke

26. Oktober 2017

Liebes Tagebuch,

heute erzähle ich Dir mal wieder eine kleine Geschichte von Schwester Lilli. Und diese ist diesmal nicht lustig!

Sie pflegt seit einiger Zeit eine Frau, die ganz alleine in einem sehr großen Haus wohnt. Und wie das natürlich bei der älteren Generation ist, wird nur dort Licht angemacht, wo man sich gerade aufhält. Die beiden waren gerade im Badezimmer und dabei bleibt die Tür zum Vorraum immer etwas auf, damit die Wärme in das Badezimmer strömen kann. Die beiden sind also so alleine beschäftigt als plötzlich ganz langsam die Tür aufgeschoben wird und ein männlicher Kopf ins Bad lugt. Und da Schwester Lilli einen ausgeprägten Beschützerinstinkt hat, hob sie ihre Hand und wollte dem „Einbrecher“ eine überziehen. Im letzten Moment erkannte sie, dass es der Sohn der Dame war. Und somit hatte er noch Glück, dass ihre Faust nicht in seinem Gesicht landete. Lilli hatte sich dermaßen erschrocken. Sie wollte mit der einen Hand die Oma schützen und mit der anderen Hand den vermeindlichen Einbrecher abwehren. Ohne sich anzukündigen, ohne einen Mucks und ohne auch das Licht vorher im Flur anzumachen, hat er das Haus betreten und wollte nur nach dem Rechten schauen. Aber in seiner Gedankenlosigkeit hat er nicht daran gedacht, dass er die Pflegekraft und auch seine eigene Mutter erschrocken hat.

Oftmals sind wir ja auch früh oder bis spät in die Nacht unterwegs. Und gerade jetzt bei der dunklen Jahreszeit, wenn der Wind rauscht, ist uns schon manchmal komisch zu Mute. Wir kommen auch zu vielen Patienten, die so tief und fest schlafen, die keinen Mucks von sich geben. Wo oftmals uns auch das Herz stehen bleibt und wir erstmal schauen müssen, ob der Patient noch atmet oder nicht. Unsere Wege und Tätigkeiten sind oft unheimlich und gruselig. Da muss doch so eine Gedankenlosigkeit eines Angehörigen nicht sein. Wenn wir ein Haus betreten, kündigen wir uns auch immer mit einem lauten „Hallo“ und Klingeln an.

Deine Stephanie Fricke

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