14. September 2018

Liebes Tagebuch,

letzte Tage war der Schornsteinfeger bei mir. Ich hab nicht genau auf die Uhr geschaut, aber ich denke, so zwischen 8-12 Minuten hat er für das Ablesen der Heizungswerte gebraucht. Heute kam die Rechnung. Und diese beläuft sich auf 48,– Euro. Oh, habe ich gedacht, das ist schon ein stolzer Preis. Aber unser Schornsteinfeger leistet auch gute und wichtige Arbeit für unsere Sicherheit. Wenn ich jedoch unsere Preise dagegen halte und für eine Ganzwaschung 20,– Euro bekomme, also fast doppelt so lange beim Patienten/Kunden bin, so sehe ich doch, dass wir als Pflegedienst doch recht günstig sind. Aber oftmals müssen wir uns dafür noch rechtfertigen. Was nicht bedacht wird: Altenpflege ist mehr als nur zum Waschen kommen. Wir beobachten genau das Hautbild um auf Veränderungen sofort zu reagieren, dass sich keiner wundliegt oder ähnliche Komplikationen bekommt. Wir beobachten den Menschen in seinem Verhalten: Ist er unruhig, schlaflos, bekommt er Ödeme in den Beinen, ist er kurzatmig. Dabei erkennen wir viele Symptome sofort und schalten den Hausarzt ein. In der Pflege haben wir eine große Verantwortung, wenden weitere Erkrankungen von unseren Patienten ab und retten auch oftmals Leben. Da wir einen massiven Pflegenotstand haben und auch ich schon Pflegen nicht annehmen konnten, hat doch die Bundesregierung endlich erkannt, dass sie den Beruf der Pflege doch attraktiver machen muss. Und somit sollen alle Pflegedienste einen bedeutend erhöhten Punktwert erhalten. Das heißt natürlich, dass die Pflege für jeden einzelnen teurer wird. Aber eine gute Pflege ist nicht mit Geld zu bemessen. Leider geht es vielen Patienten nur darum, aus der Pflegebedürftigkeit der Eltern, der Ehepartner oder ähnlichem Geld raus zu schlagen. Und das von gerade denjenigen, die sich nicht intensiv um ihre Angehörigen kümmern. Jeder sollte mal darüber nachdenken, dass dann das Geld jedem einzelnen wirklich Pflegebedürftigen fehlt.

Deine Stephanie Fricke

7. September 2018

Liebes Tagebuch,

wir im Büro betreiben regen Handel mit Kartoffeln, Gurken, Zwiebeln, Äpfeln, Rote Bete und noch so allerlei. Vor einem Jahr stand ich bei meiner Mutter im Garten und sie bat mich, ihr Gemüsebeet sauber zu machen. Dieses war überwuchert mit Unkraut. Ich fragte sie daraufhin, ob ich das immer sauber halten soll. Das bejahte sie. Und dann kam mir die Idee: Wenn ich darin schon rumkriechen muss um Unkraut zu jäten, dann kann ich das Feld auch nutzen um Kartoffeln und Zwiebeln anzubauen. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, ist die Menge an Ernte. Denn soviel Kartoffeln können wir hier zuhause gar nicht essen. Also verschenke ich an meine Ute und an meine Kollegen einige Kartoffeln und Zwiebeln. Und da ich auch noch Tomaten und Rote Bete im Garten hatte, wurden auch diese bei dem Geschenk dazu gelegt. Aber das Schönste ist: Da dieses Jahr alles so reichhaltig trägt und wir auch oftmals von Patienten aus dem Garten Gaben erhalten, haben wir einen regen Tauschhandel im Büro praktiziert. Und die Rote Bete, die ich eigentlich für die Pferde angebaut hatte, wurde auch gerne genommen zum Verzehr für die Menschen.

Weil ich selbst aber eigentlich nur einen kleinen Apfelbaum habe, bin ich einfach zum Nachbarn gegangen. Dort habe ich sehr süße Äpfel geerntet und mit meiner Kollegin Karin, die nur saure Äpfel im Garten hat, diese fleißig getauscht.

Ich bin mal gespannt, wie es nächstes Jahr wird. Ob wir wieder soviel ernten können. Denn sicher ist, da ich wieder den Garten meiner Mutti sauber halten muss, werde ich auch wieder etwas anpflanzen.

Deine Stephanie Fricke

31. August 2018

Liebes Tagebuch,

dass übergewichtige Menschen so aussehen, wie sie aussehen, da können wir gar nicht dafür. Das habe ich heute gelernt!

Also: Als erstes geht man zum Metzger. Dort auf der Theke stehen kleine Leckereien zum probieren. Nachdem man genascht hat, geht man weiter zur Käsetheke und findet dort das gleiche. Kleine Leckereien zum Probieren: Käsestückchen, Cremes auf Kräcker, mmmmh lecker.
Aber heute beim Bäcker ist folgendes passiert: Da ich mit meiner liebsten Ute ja Homepage mache, brauche ich auch „Homepage-Kuchen“ und bestellte zwei Rosinenschnecken. Die nette Verkäuferin sagte: „Drei sind im Angebot.“ Also nahm ich natürlich drei Schnecken. Dann sah ich die Schokobrötchen. Und als fürsorgliche Mutti dachte ich, bringe ich meiner Tochter doch davon zwei mit. Auch hier wieder: Drei sind im Angebot! Also nahm ich auch hier wieder drei. Gerade hatte ich den Bäcker verlassen, da schrieb mir meine Tochter, dass sie direkt nach der Schule zu ihrem Freund fahren wird. Nun sitze ich hier mit drei Rosinen-Schnecken und drei Schoko-Brötchen. Und Ute wird sicherlich nicht die Hälfte davon futtern. Und Lebensmittel verkommen lassen geht ja auch nun mal gar nicht. Da können wir Übergewichtigen doch gar nichts dafür, dass wir so aussehen, wie wir aussehen.

Deine Stephanie Fricke

P.S. War lecker. Ute und ich haben eine halbe Rosinen-Schnecke übrig gelassen. :-)

28. August 2018

Liebes Tagebuch,

letzte Tage haben wir uns im Büro über eine Patienten unterhalten. Sie öffnete einer Kollegin die Tür mit entblößtem Unterleib. Claudia rief ihr dann zu: „Maria, Du hast keine Hose an, mach die Tür nicht so weit auf!“ Aber Maria war das völlig egal und meinte, so früh sähe das sowie so keiner, da sie ja schließlich auch einen langen Pullover an hat. Petra erzählte dann, dass diese Patientin ihr einmal sogar mit komplett entblößtem Oberkörper ihr Fenster vom Schlafzimmer öffnete, sich heraus beugte und Petras Namen zur Begrüßung rief und dabei winkte. Wichtig ist auch zu wissen: Diese Maria wohnt im ersten Stock. Petra rief ihr zurück: „Du hast nichts an!“ Auch daraufhin antwortete die Patientin, das sei ihr völlig egal. Sie erklärte den beiden Kolleginnen, sie läuft gerne so zu Hause rum, wie Gott sie schuf. Manchmal vergisst sie das halt, wenn sie zur Tür oder ans Fenster geht. Das wäre ihr aber auch ganz egal. Denn sie sieht nicht anders aus als andere auch.

Im Büro unterhalten wir uns schon mal über die Unterschiede im Verhalten von Männern und Frauen. Ich sage dann: Ich bin der Meinung, Männer denken gar nicht nach und Frauen viel zu viel. Frauen machen sich darüber Gedanken, was wohl morgen sein mag, ob die Kinder groß werden und wie. Ob sie es in der Schule leicht haben und sich benehmen können, was der Nachbar denkt oder die Verwandtschaft. Und bei all den Gedanken zuckt der „Mann“ mit den Schultern und sagt: „Tja, so ist es halt.“ Oft erkläre ich dann auch meinen Kollegen, wir Frauen sollten mehr lernen wie Männer zu sein und uns weniger Gedanken machen. Und Männer sollten vielleicht das ein oder andere Mal sich Gedanken darüber machen, wie es seinem Gegenüber ergeht und ob er wohl in seinem Leben etwas verbessern könnte.

Als ich von der Geschichte von Maria hörte, sagte ich: „Das finde ich prima.“ Sie hat total verinnerlicht, wie Männer ticken. Denn sie meint, wer mich nicht nackt sehen will, soll halt weg schauen. Für sie ist eben nur wichtig, dass sie ihr Leben in Ruhe leben, dass ihre Kinder zu Besuch kommen, dass sie ihre Freunde treffen kann und dass sie ihren Tag genießen kann.

Genau nach Marias Motto sollten wir alle leben. In Ruhe und in Frieden. Lasst jedem seine kleine Macken zu und nehmt die Menschen an, wie sie sind.

Deine Stephanie Fricke

16. August 2018

Liebes Tagebuch,

unsere Patienten/Kunden sind ja oftmals schon in einem höheren, betagten Alter. Das hat natürlich zur Folge, dass manche unter einer Demenz leiden und viele unter Verminderung des Hörvermögens. Und wenn wir uns dann mit unseren Namen vorstellen, verstehen sie diesen manchmal nicht. Sie hören diesen nicht klar oder durch die Demenz verstehen sie etwas anderes, einen anderen Namen. So ist Bianca oft die Lydia und am besten: Die Claudia ist die Gudrun. Die Danny (Abkürzung von Daniela) wird dann zur Deni oder Dana. Man lässt es dann einfach so stehen. Denn ist der Name einmal im Kopf einprogrammiert, lässt er sich nicht mehr ändern. Aber das beste daran ist: Unsere Danny betreut eine ältere Dame einmal in der Woche nachmittags. Dann gehen sie spazieren, unterhalten sich, alles, was gerade so gewünscht wird. Und da die beiden sich schon viele Jahre kennen, ist natürlich ein gutes Vertrauensverhältnis entstanden. Und wenn die Frau der Meinung ist, dass Danny wieder zu viel nervt mit trinken müssen oder laufen müssen, dann betitelt sie Danny mit „Blöde Kuh“… Das lässt Danny dann meist natürlich nicht so stehen und versucht ihr mit einem Lachen zu erklären, dass sie keine „Blöde Kuh“ ist. Die Dame beharrt natürlich darauf, dass sie Recht hat und bringt es auch am nächsten Tag, sich bei einer Kollegen über Danny, die „Blöde Kuh“, zu beschweren. Das ganze natürlich mit einem Lachen. Schön ist es zu sehen, wenn zwei sich so gut verstehen, dass sie genau wissen, dass das nicht ernst gemeint ist, sondern eine Herausforderung ist. Die eine sagt: „Trink Dein Glas leer.“ Die andere erwidert mit: „Blöde Kuh“.

Bei Ute ist das fast genauso. Wenn ich ihr etwas zu Trinken einschütte, verdreht sie auch regelmäßig die Augen.

Deine Stephanie Fricke

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