15. Juni 2018

Liebes Tagebuch,

seit dem 15. Mai 2018 unterliegen wir dem Datenschutz. Unsere neuen Gesetze sind ja manchmal echt nervig und anstrengend. Somit muss ich bei diesem neuen Gesetz meine Patienten und meine Mitarbeiter alle unterschreiben lassen, dass ich zum Beispiel ihre persönlichen Daten speichere, zum Teil auch weitergebe, sie ein Recht zur Einsicht haben oder zur Löschung und so weiter. Vor ein paar Tage rief eine Schwiegertochter einer Patientin an. Und da ich diese Schwiegertochter schon ein paar Jahre privat kenne, duzen wir uns. Sie wollte sich darüber beschweren, dass wir doch 15 Minuten früher bei der Schwiegermutter waren als sonst. Und dass das ja wohl nicht gehen würde. Ich fragte sie, ob sie sich ernsthaft darüber beschweren möchte, das wir ganze 15 Minuten früher waren als sonst. Aber sie sagte mir ernsthaft: „Ja!“ Ich erklärte ihr, dass wir in der ambulanten Pflege tätig sind, manchmal hat man einen Trecker vor sich auf der Straße, manchmal nicht. Manchmal sagen kurzfristig Patienten ab, manchmal nicht. Und dann kann es auch vorkommen, dass wir tatsächlich schon mal 15 Minuten eher da sind als geplant. Und dann hatte ich doch einen Blitzgedanken und sagte ihr, dass es mir fürchterlich leid tun würde, aber da sie ja keine Vollmacht von ihrer Schwiegermutter hat, und dass ich nach der neuen Datenschutzgrundverordnung mich überhaupt nicht mit ihr über die Schwiegermutter unterhalten darf. Und somit war das Gespräch auch direkt beendet.
Da habe ich gedacht, manche nervigen Sachen können einem auch mal gut tun. Man muss sie nur anzuwenden wissen.

Deine Stephanie Fricke

8. Juni 2018

Liebes Tagebuch,

ich erzähle Dir oft kleine, lustige Geschichten aus meinem Pflegealltag. Aber manche Geschichten finde ich gar nicht so lustig, auch wenn sie sich so anhören.

Wir haben eine Patientin, sie ist allein lebend. Bekommt jeden Morgen eine Behandlungspflege von uns. Mit der Zeit werden wir alle älter und somit auch diese Patientin. Und ich bemerkte doch, dass sie zunehmend Hilfe benötigt. Also sprach ich meine Kollegin Karin an, die dort täglich vor Ort ist und somit auch eine Vertrauensperson wurde, doch einmal mit der Dame zu sprechen um einen Pflegegrad zu beantragen. Zwei Tage später bekam ich eine Rückmeldung, dass unsere Patienten das auch gerne so wollte. Und da wir ein Pflegedienst sind, der sich kümmert, druckten wir ihr einen Antrag aus dem Internet aus. Karin nahm diesen mit zu ihr hin und sagte, dass er ausgefüllt und unterschrieben werden muss. Auch, dass die Dame den Antrag in Ruhe mit ihrer Tochter zusammen machen soll.
Ein paar Tage später rief mich die Tochter an, direkt laut und mit einem aggressiven Unterton: Ihre Mutter hätte ein Formular von uns dort liegen, sie solle uns eine Vollmacht von sich geben. Ich erwiderte der Tochter daraufhin, dass ich eine eigene Mutter habe, um die ich mich kümmere, da brauche ich nicht noch ihre. Ich erklärte der Tochter in Ruhe, worum es ginge. Und dass wir unseren Patienten immer sagen, sie mögen sich das in Ruhe möglichst mit Angehörigen durchlesen, wenn wir ihnen etwas zur Unterschrift vorlegen. Damit genau so etwas nicht passiert: Dass Angehörige meinen, wir würden uns irgendwas unterschreiben lassen, und womöglich noch einen Vorteil daraus ziehen.
Somit hatte letzte Tage die besagte Dame eine MDK-Prüfung. Sie wird auch einen Pflegegrad erhalten, aber von der „ach so fürsorglichen“ Tochter war an diesem Tag nichts zu sehen, obwohl solch ein Termin ja wirklich wichtig ist für die alten Leutchen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Deine Stephanie Fricke

30. Mai 2018

Liebes Tagebuch,

heute lüfte ich ein Geheimnis. Vor vier Wochen haben 50% meiner Mannschaft einen Betriebsausflug von Freitag bis Samstag einen Betriebsausflug unternommen. Aber da erst heute die anderen 50% gefahren sind, durften wir natürlich nichts erzählen – unseren Kollegen nicht, aber auch unseren Patienten nicht und wir durften natürlich auch keine Fotos posten, denn es sollte ja auch für die zweite Mannschaft eine Überraschung werden.

Aber heute kann ich ja nun auch Dir, liebes Tagebuch, erzählen, was wir so gemacht haben. Zuerst haben wir den Hamburger Dungeon besucht. Dort wird auf gruselige Art und Weise die Geschichte von Hamburg erzählt. Schauspieler nehmen einen mit in eine Geschichte, in dunklen Räumen voller Rauch und dramatischer Musik. Die ängstlichen Frauen schreien meist zuweilen und die anderen haben ihren Spaß daran und müssen lachen. Anschließend waren wir an der Alster und haben lecker gegessen. Und um den Tag schön abzuschließen haben wir eine Travestieshow auf der Reeperbahn besucht. Dabei mussten wir herrlich lachen, denn auch da wurden wir mit in die Show eingebunden. Aber wenn man auch schon mal in Hamburg ist, schaut man sich die Reeperbahn auch bei Nacht noch genau an und sitzt noch schön draußen in einem Biergarten auf dem Spielbudenplatz.

Am nächsten Tag, nach einer kurzen Nacht und einem leckeren Frühstück, haben wir natürlich den Hamburger Hafen besucht. Und dort ist die Welt unglaublich, faszinierend und spannend. Nachdem wir uns einiges in Ruhe dort angeschaut hatten, haben wir eine Barkassenfahrt durch den Hafen unternommen. Anschließend haben wir in der Nähe der Landungsbrücken im Strandstuhl gesessen und einen leckeren Cocktail in der Sonne geschlürft.

Es war ein wunderschöner Ausflug und für uns tut es mal richtig gut, Zeit miteinander zu verbringen außerhalb unseres Pflegealltags.

Für nächstes Jahr ist ein Ausflug zur Nordsee geplant. Aber was wir dort unternehmen, wird natürlich noch nicht verraten.

Deine Stephanie Fricke

25. Mai 2018

Liebes Tagebuch,

heute ist der Europäische Tag der Nachbarschaft. Und ich hab die beste Nachbarin von der Welt. Wenn ich etwas brauche, ob es Hilfe ist oder eine Tasse Zucker, bekomme ich diese. Wenn ich nicht zuhause bin, passt sie auf mein Haus auf. Wenn ich traurig bin, tröstet sie mich. Und wenn ich lachen muss, dann lachen wir zusammen. Meine liebste Ute. Jeder Mensch kann sich glücklich schätzen, so eine Nachbarin zu haben. Denn das Sprichwort sagt (so ungefähr): „Es kann der liebste Mensch nicht in Frieden leben, wenn der Nachbar ihn nicht lässt.“

Deine Stephanie Fricke

16. Mai 2018

Liebes Tagebuch,

ich bin ja dafür, dass jeder in seinem Bereich versucht, die Umwelt in seinem Bereich zu schützen. Ich trenne meinen Müll, ich fahre kurze Wege mit dem Rad und noch vieles mehr und versuche dadurch einen Umweltschutz nach meinen Möglichkeiten zu praktizieren. So gehe ich auch hin und nutze schon sein vielen Jahren keine Plastiktüten mehr. Letzte Tage war ich mit der Tochter meiner Freundin shoppen. In der ersten Boutique habe ich mich direkt geärgert, dass ich meine Einkaufstaschen für die vielen schönen Kleidungsstücke, die wir uns ausgesucht haben oder würden, vergessen hatte. Zum Glück habe ich dann eine große Papiertüte in dieser Boutique erhalten. Im nächsten Geschäft haben wir dann auf eine Plastiktüte verzichten können, da in der Papiertüte noch genug Platz war. Im dritten Geschäft brauchten wir dann aber eine neue Tasche, da wir dort soviel Kleidung und Wäsche gefunden hatten. So entschied ich mich für den Kauf einer Plastik-Mehrweg-Tasche, da eine Papiertüte auch gar nicht dort zu bekommen war. Die Kassiererin war so freundlich und löste die Plastik-Kleiderbügel von BH, Bikinis und Co, drehte sich um und warf diese in eine Sammelbox. Mit dem ich das beobachtete, bekam ich große Augen. Denn an dieser Sammelbox stand „Restmüll“!!! Ich fragte die Verkäuferin, ob diese Bügel wirklich in den Müll geworfen werden. Sie antwortete mir darauf: „Ja, ich habe in der Zentrale schon mehrfach angemerkt, dass diese Plastik-Bügel nicht mehrfach verwendet werden, sondern nach einmaligem Gebrauch im Müll landen.“ Sie beugte sich leicht nach vorne und erzählte mir zudem, dass die Kleidungsstücke nicht nur in Kartons angeliefert werden, sondern zusätzlich in Plastikfolien eingeschweisst sind. Und dass auch diese Folien im Müll landen und nicht wieder verwertet werden. Wir beiden waren uns ganz schnell einig, dass dieses Vorgehen ein Unding ist. Dass gerade solch große Firmen von Kaufhäusern und Ketten auf Müllvermeidung achten sollten, da dieses viel effektiver ist, als ich es in meinem kleinen Privathaushalt tun kann. Mir ist bewusst, dass die Verkäuferin darauf leider keinen Einfluss hat. Aber mein Appell an jeden Kunden: Achtet doch bitte darauf, wohin die Plastikbügel verschwinden. Sprecht die Verkäufer doch direkt dazu an, dass wir Endverbraucher uns wünschen würden: Wenn es schon Plastik-Bügel sein müssen, dass diese doch bitte mehrfach verwendet und/oder auch recycelt werden.

Meine Hoffnung dabei ist, dass diese Verkäufer so etwas an ihre Vorgesetzten weitergeben und diese es wiederum an deren Vorgesetzte – bis nach ganz oben hin – weitergeben. Damit sich auf Dauer im Verhalten der Konzerne etwas ändert und zukünftig eine ganze Menge Plastikmüll eingespart werden kann.

Deine Stephanie Fricke

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