22. Mai 2020

Liebes Tagebuch,

seit einiger Zeit gibt es in Deutschland ja die Maskenpflicht. Für uns alle ist es ein ganz komisches Gefühl damit einzukaufen, da wir dieses ja nicht kennen. Vor ca. zwei Wochen ging ich mit meiner Papier-Maske zum Einkaufen und wollte mir einen Einkaufswagen nehmen. Daraufhin sprach ein Mann mich an, wie rum die Dinger eigentlich müssen. Daraufhin erklärte ich ihm: „Sie sehen, wie die Gummibänder laufen. Die Seite an denen sie angeheftet sind, kommt nach innen, dann sitzen die Masken besser. Diese setzen sie dann auf (ich zeigte es ihm mit meiner Maske und natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand), achten darauf, dass die Seite mit der Metallverstärkung nach oben auf den Nasenrücken kommt. Beide Gummibänder legen Sie hinter die Ohren.“ Mit dem wollte er es mir nachtun und ich sagte ihm aber noch: „Zuerst muss die Brille abgesetzt werden.“ Als ich diese wenigen Setze ausgesprochen hatte, sah ich, dass wir inzwischen von mehren Personen eingekreist waren, die uns aufmerksam zuhörten. Ich erläutere also weiter: „Sie drücken dann die Verstärkung auf Ihren Nasenrücken ziemlich weit oben auf dem Nasenbein aber unterhalb der Augenhöhe. Das ist vor allem wichtig, weil dann die Falten der Masken nach unten offen sind und sich Bakterien und Viren nicht in den Falten einlegen können. Nun ziehen Sie die Maske unter das Kinn. Dann setzen Sie wieder Ihre Brille auf.“ Da machte ich ihn noch aufmerksam, dass es wichtig ist, dass die Maske oben auf den Wangen anliegt, damit wir durch die Maske und nicht an der Maske vorbei atmen und dann beschlägt auch nicht die Brille. Nachdem ich meine Ausführungen beendet hatte, sah ich, dass sich noch weitere Personen zu uns gesellt hatten.

Manchmal ist es doch ganz witzig, neue Kontakte in komischen Situationen zu knüpfen und so konnte ich der Gruppe eine Anleitung zum Masken-Tragen geben.

Aber meine Kollegin Dany würde es wie folgt erklären:
(Letzte Tage bekamen wir eine Lieferung von FFP2-Masken und die Bedienungsanleitung war in englisch aufgedruckt.)
„Punkt 1: Das Innere nach außen und die Strapsen nach oben
Punkt 2: Stretchen und dehnen der Maske bis das komplette Face bedeckt ist und man keine Luft mehr bekommt.
Punkt 3: Den Clip so fest drücken, bis Du Dekubitus auf der Nase hast.
Punkt 4: Wenn es anfängt zu stinken, weil Du die Bolognese vom Vortag riechst, dann schmeiß die Maske weg.“

Deine Stephanie Fricke

Nachsatz von meiner Nachbarin Ute:
Wenn Sie im Biergarten sitzen und nicht wissen wohin mit der Maske und die Sonne scheint und Sie haben einen hohen Stirnansatz, dann können Sie die Maske nach oben auf den Kopf ziehen.

14. Mai 2020

Liebes Tagebuch,

wie Du ja weißt, findet am Wochenende ein Autokino in Senden statt. Heute sprachen wir mit mehreren Kollegen darüber, wie toll wir das finden. Ein wirklich schönes Angebot zu Corona-Zeiten. Aber mein Vorschlag, den ich hatte, der fand dann doch keinen so guten Anklang. Ich habe ja ein Wohnmobil und mein Nachbar Martin auch. So hab ich doch vorgeschlagen, dass wir mit unseren Wohnmobilen dort hinfahren, und uns direkt in die erste Reihe stellen.. Wir könnten dann in der Friteuse lecker Pommes machen und auf dem Gasherd ein paar leckere Würstchen braten. Und da ja bei Corona die 1,5 bis 2 Meter Abstandsregelung gilt, dürfte ja auch keiner näher kommen um sich bei uns Pommes und Würstchen abzuholen. Somit bliebe der Gaumenschmaus bei uns alleine. Aber der Duft würde so richtig schön über den Platz ziehen. Doch irgendwie fanden meine Kollegen das so gar nicht witzig, zum einen nichts von den leckeren Dingen abzubekommen und zum zweiten auch nichts vom Film sehen zu können, da wir mit unseren Dickschiffen vor deren Nasen stehen würden.

Tja, mein Kommentar dazu war: Man kann halt nicht alles haben.

Ich freue mich aber sehr, wenn viele Sendener das Angebot nutzen und einen schönen Abend haben.

Deine Stephanie Fricke

7. Mai 2020

Liebes Tagebuch,

wie Du ja weißt, pflege ich schon seit einigen Jahren zwei Männer. Der eine ist dünn, der andere ist dick. Den einen seit 19. Jahren, den anderen seit 6 Jahren. Und meinen „Dünnen“, den ich schon seit 19 Jahren pflege, der kennt mich halt schon sehr gut und weiß, dass ich es mit Männern nicht so habe und auf Frauen stehe. Heute früh sagte ich zu ihm: „Erst habe ich meine zwei männlichen Katzen versorgt, dann meine zwei männlichen Hunde und jetzt meine zwei männlichen Patienten. Merkste was…?“ Daraufhin grinst er mich an und meint: „Tja, an uns kommst Du halt nicht vorbei.“

Deine Stephanie Fricke

24. April 2020

Liebes Tagebuch,

was wir so täglich in der Pflege erleben, ist manchmal zum Schmunzeln. Da badete ich eine Patientin und mit dem dass der Badewannenlifter herunter fährt, sagt sie zu mir: „Eigentlich ist man ja gar nicht richtig schmutzig. Aber man fühlt sich doch viel wohler, wenn man frisch gebadet ist.“ Und ich sagte zu ihr: „Ich schrubbe Sie wohl, wenn es nötig ist auch mit der Drahtbürste.“ Daraufhin erwiderte sie: „Ich stinke ein wenig.“ Ich sagte: „Nee, eigentlich nicht.“  „Doch, ich stinke, ich habe Spargel gegessen.“ meinte sie schmunzelnd. Ich antwortete: „Durch Spargel stinkt doch nur unser Pipi.“ Da wurde ihr Schmunzeln noch größer und sie meinte: „Ja, ich habe doch grad Pipi gemacht.“
Es sind diese Momente, die einfach immer witzig und süß sind und viele meiner Kollegen äußern dann oft solche Sätze wie: „Es ist ein so dankbarer Job.“ „Ein Lächeln der Leute gibt mir ein so gutes Gefühl.“ „Wenn sie zufrieden sind, bin ich auch zufrieden.“
Aber ich denke, so empfindet auch die Bäckereifachverkäuferin oder die Kassiererin oder alle Dienstleister.
Wenn ich in eine Bäckerei gehe um mir Kuchen zu kaufen und sie dann begrüße mit: „Ihr Kuchen ist der beste weit und breit.“, dann ist sie natürlich auch zufrieden und es macht sie glücklich. Aber wenn ich eine 90jährige Frau pflege, die mir sagt, sie hat grade Pipi in die Badewanne gemacht, oder letzte Tage hat mir eine 95jährige Dame als Antwort auf die Frage ‚Wieviel Kinder haben Sie‘ gegeben: „12!“ Dabei dachte ich sofort, das kann nicht sein und ich fragte sofort nach und sie meinte mit einem Grinsen: „Doch!“ Nachher kam aber heraus, sie hat 4 Kinder. Sie wollte mich etwas ärgern. Es gibt mir in solchen Situationen ein wirklich gutes Gefühl, dass der Mensch sich bei mir wohl und sicher fühlt, dass ein so alter Mensch, oftmals multimorbid erkrankt, noch gerne mit mir scherzt. Wir pflegen zumeist wirklich alte Menschen, die groß geworden sind mit der Schiefertafel in der Schule, mit dem Pferd und Pflug auf dem Feld, Autos waren Seltenheit und von Handy und Internet war nichtmals zu träumen. Diese Menschen sind so voller Wissen und Erfahrungen, da komme ich mit meinen 51 noch lange nicht dran. Sie haben ja doch zumeist eine Erziehung genossen mit Anstand und hohen Moralvorstellungen, die sie doch oftmals in ein enges Korsett des Lebens gedrängt haben und schaffen es aber im hohen Alter auch mal abzulegen und einfach da zu sein und das Leben einfach zu genießen.

Deine Stephanie Fricke

9. April 2020

Liebes Tagebuch,

wie Du ja weißt, bin ich viel mit meinem Hund mit dem Fahrrad unterwegs am Kanal und an der Stever. In letzter Zeit, bedingt durch die Ausgangsbeschränkungen, sehe ich doch immer mehr Menschen, die auch unser schönes Münsterland nutzen um mal vor die Tür zu kommen. Was ich besonders dabei beobachte, sind Familien, Eltern mit ihren Kindern, die eine Familien-Radtour unternehmen. Die sieht man ja sonst nicht so häufig, weil Fahrradfahren mit Mama und Papa ist ja eigentlich uncool. Weiter beobachte ich mit Freude: Es gibt wieder Straßenkreide. Ich wohne in einer klassischen Wohnsiedlung und man sieht wieder viel die Straßen wie zu meiner Kindheit bemalt. Ich denke, da es zur Zeit keine Schule gibt, keinen Sportverein, keine Nachhilfe, keinen Musikunterricht, haben die Kinder einfach mal wieder Zeit, Kind zu sein. Das ist aber auch nur in solchen Wohnstraßen von Vorteil. Was mir aber auch sehr gut gefällt, dass ich sehe, dass die Menschen, wenn sie sich draußen treffen, Abstand halten. Jeder achtet auf den anderen. Und bei all den schrecklichen Nachrichten ist das etwas positives, was unserer Psyche gut tut.

Jetzt steht das Osterwochenende vor uns mit gutem Wetter. Und ich hoffe, dass es so diszipliniert wie bisher weitergeht und wir auf Lockerungen hoffen dürfen.

Deine Stephanie Fricke

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