16.Februar 2018

Liebes Tagebuch,

auf Grund von unserem Beruf ist uns natürlich bewusst, dass unser Leben nicht unendlich ist. Tagtäglich müssen wir mit Gebrechen, Schmerz und dem Tod umgehen. Und so ist es natürlich für uns klar, dass wir auch öfters miteinander darüber reden. Letzte Tage saßen Schwester Lilli und ich zusammen in der Küche und frühstückten. Dabei sprachen wir darüber, was denn wohl passiert, wenn wir gestorben sind. Der eine glaubt an den Himmel, der andere an die Wiedergeburt oder etwas ähnliches. Ich bin da eher die Verfechterin, die sagt: „Da kommt nichts mehr. Asche zu Asche  und Staub zu Staub. Ich glaube nicht, dass wir Menschen zu etwas höherem geboren sind.“ Und ich erklärte Schwester Lilli noch, dass, wenn ich dann mal tot bin, dann meine Asche in die Eieruhr geht. Diese wird so eingestellt, dass ich eine halbe Stunde benötige, um durchzurieseln. Und immer wenn meine Kollegen anfangen Pause zu machen, habt ihr mich umzudrehen. Und wenn ich dann durchgerieselt bin, müsst ihr weiterarbeiten. Schwester Lilli grinst mich schelmisch an und sagte: „Nee, nee, nee, so machen wir das nicht! Wir werden dich die ganze Zeit hin und her drehen, so dass dir richtig schön schwindelig und schlecht wird.“ Wenn man so zusammen sitzt, erzählt man sich doch so manchen Blödsinn. Und der war auch noch nicht zu ende, denn ich sagte zu Lilli: „Stell dir vor, du kommst in den Himmel.“ Da musste sie laut lachen und meinte: „Ja, wenn ich da oben ankomme, dann sitzen dort schon alle meine verstorbenen Patienten und sagen: ‚Gott sei dank, Schwester Lilli, dass sie da sind. Können Sie mir mal eben helfen.'“ Und Lilli meinte auch, sie wisse schon, wer dann am lautesten schreien würde. Und das wäre Tante Paula. Und jeder, der sie kennt, gibt uns vom Steverteam Mobile Pflege dabei recht. Daraufhin habe ich Lilli gesagt, selbst wenn wir in die Hölle kämen, wird es nicht besser.

Manchmal tut es einfach gut, solch einen Blödsinn zu reden und nicht alles ernst zu nehmen. Denn eine Sache auf Erden müssen wir alle tun: Und das ist das Sterben.

Deine Stephanie Fricke

9. Februar 2018

Liebes Tagebuch,

vor gut zwei Wochen habe ich Dir eine Geschichte von der alten Dame und ihren Problemen mit der TV-Fernbedienung erzählt. Diese Woche erzähle ich Dir eine weitere heitere Geschichte von ihr.

Sie war zu Hause, hatte gut gegessen und wollte einen Zahnstocher benutzen. Somit nahm sie die Packung aus der Küchenschublade, wollte sich nur einen Zahnstocher herausnehmen. Aber das ging leider daneben, denn ihr glitt die Packung aus der Hand. Diese fiel zu Boden und gut 500 Zahnstocher fielen heraus und verteilten sich. Aber nicht nur auf dem Boden. Die Dame wollte diese natürlich wieder alle aufheben und kämpfte mit ihren 500 Zahnstochern und verteilte diese dabei in ihrer gesamten 75qm großen Wohnung. Die Zahnstocher fanden sich nahezu überall wieder. Als meine Kollegin Nicole zu ihr kam, fragte sie die Dame, was denn wohl passiert sei. Die Dame lächelte Nicole an und meinte, dass die 500 Zahnstocher sie doch geschafft haben. Nicole machte sie darauf aufmerksam, dass sie aussah wie ein Igel. Denn von den 500 hatten sich bestimmt 50 Zahnstocher in ihrer Strickjacke verfangen. Die Dame schaute an sich herunter und brach fast vor Lachen zusammen. Nun standen sie da beide im Flur, mussten herzhaft lachen und die Dame sagte noch, sie habe so viel im Leben erlebt: den zweiten Weltkrieg, mehrere Kinder groß gezogen, berufstätig gewesen, ihre eigenen Eltern gepflegt. Aber 500 Zahnstocher, die kriegt sie nicht bewältigt.

Aber das Allerschönste an dieser Geschichte ist, dass diese Dame das Leben mit Humor nimmt, vieles in ihrem Leben positiv sieht. Und für sie ist das Glas immer halbvoll und niemals schon halbleer.

Deine Stephanie Fricke.

25. Januar 2018

Liebes Tagebuch,

heute erzähle ich Dir eine kleine lustige Geschichte von meiner Kollegin Nicole. Sie betreut eine 90-jährige Dame, die alleine lebt, etwas Demenz hat, aber sonst gut zurecht kommt. Und diese Dame erzählte Nicole was ihr am Vortag passiert war. Sie hatte es sich in ihrem Fernsehsessel am Nachmittag bequem gemacht und wollte ihren Fernseher einschalten. Dazu drückte sie immer auf den grünen Knopf der Fernbedienung, aber ihr Fernseher reagierte nicht. Daraufhin holte sie die Bedienungsanleitung, studierte diese, aber kam nicht weiter. Der Fernseher reagierte immer noch nicht. Also lief sie los und holte neue Batterien, tauschte diese gegen die alten aus und versuchte es erneut. Aber der Fernseher muckste sich nicht. Dann dachte sie sich, jetzt rufe ich meine Sohn Josef an. Sie holte ihre Telefonnummern-Liste, nahm ihr Telefon in die Hand und wählte. In dem Augenblick fiel ihr auf, dass sie seit Stunden versucht hatte, mit ihrem Telefon den Fernseher einzuschalten. Und da sie schon gewählt hatte, wollte sie nicht auflegen, aber sie wollte ihrem Sohn auch nicht sagen, was ihr passiert war, damit der Sohn nicht sagen würde: „Mutter, Du bist bescheuert.“ Also erkundigte sie sich bei ihm, wie es ihm denn so gehen würde, als dieser den Anruf entgegen nahm. Irgendetwas belangloses musste sie nun ja sagen. Er antwortete darauf: „Mutter, du rufst nie einfach nur so an, um zu fragen, wie es mir geht.“ Sie erklärte ihm jedoch deutlich, dass sie als Mutter doch wohl mal nur so anrufen könne und sich um das Wohlergehen der Kinder erkundigen dürfe. Sie legte dann ganz schnell auf, nahm nun die richtige Fernbedienung, drückte auf den grünen Knopf und siehe da: Der Fernseher ging auch an. Sie musste selber herzhaft über sich selber lachen, dass ihr vorher nicht aufgefallen war, dass sie ihr Telefon und nicht die Fernbedienung in der Hand hielt – und das „stundenlang“. Schön ist aber, dass sie die Sache mit Humor nahm und erstaunlich, dass sie mit 90 Jahren doch die Bedienungsanleitung studiert hatte und sogar auf die Idee kam, die Batterien auszutauschen. In Zukunft wird sie sich aber die beiden Geräte genauer anschauen, um eine Verwechslung auszutauschen.

10. Januar 2018

Liebes Tagebuch,

vor einiger Zeit war ich in der Abendpflege bei einem netten älteren Herrn eingesetzt. Unser Auftrag ist dort laut ärztlicher Verordnung morgens das Anziehen von Kompressionsstrümpfen und abends das Ausziehen ebendieser. Ich war also am Abend dort im Einsatz und zog ihm die Kompressionsstrümpfe aus. Nachdem ich ihm geholfen habe, seine lange Hose und Socken auszuziehen, bat er mich, seine Knie einzureiben. Ich tat dies und sagte ihm, dass das ja eigentlich nicht zum verordneten Auftrag dazugehört. Er erwiderte, das tue ihm aber so gut. Daraufhin bat er mich, ihm auch seine wollenen Kniewärmer anzuziehen. Wiederum sagte ich ihm, dass auch dieses eigentlich nicht dazugehört. Doch auch hier war wieder seine Antwort, dass es ihm so gut tue. So ging es weiter beim Einreiben der Ferse, beim Anziehen der Wollsocken, der Schlafanzughose sowie seiner Hausschuhe. Plötzliche lächelte er und sagte zu mir: „Sie sind die Chefin, nicht wahr?“ Ich antwortete ihm: „Ja, das bin ich.“ Und darauf sagte er, wenn seine Wünsche zu viel würden, weiß er, dass er das bezahlen muss. Aber er könne es halt nicht selber. So sagte ich zu ihm, wenn es in diesem Rahmen bliebe, wäre es für mich in Ordnung. Aber einer muss halt noch die Pfennige zusammenhalten. Auch wir müssen leider auch wirtschaftlich denken und handeln. Da sagte er, dass es genauso richtig ist. „Jeder muss für seine Arbeit auch ordentlich und gut bezahlt werden“, so sprach er. Somit waren wir beide uns einig.

Leider haben wir nicht immer so verständnisvolle Patienten und Kunden. Oftmals werden noch Wünsche geäußert wie: Nur eben die Waschmaschine anmachen, grad mal den Müll rausbringen, schnell doch einen Teller gespült oder ähnliches. Das tun wir sicherlich gerne, aber es geht nicht immer alles. Wir kommen für eine medizinische Verrichtung oder für eine Grundpflege und können nicht immer diese besagten Wünsche erfüllen. Das lässt unser Zeit-Konto leider nicht zu.
Mittlerweile hat der Gesetzgeber durch die Pflegeversicherung vielen pflegebedürftigen Menschen die Rahmenbedingungen geschaffen, auch solche Wünsche erfüllen zu können. So können wir inzwischen über die Pflegesachleistungen auch Zeitwerte abrechnen oder über die Betreuung nach §45 oder auch über die sogenannte Verhinderungspflege.

Deine Stephanie Fricke

22. Dezember 2017

Liebes Tagebuch,

heute erzähle ich Dir eine kleine lustige Geschichte von meiner Mutter.

Sie ist seit fast 10 Jahren verwitwet und lebt seitdem auch alleine. Letzte Tage erzählte sie mir, dass sie einkaufen war und mehrere Kisten Wasser gekauft hat für sich und eine Bekannte. Und als sie mit ihrem Einkaufswagen am Auto stand, kam ein netter, älterer Herr auf sie zu, sprach sie an und sagte: „Ich sehe, dass sie humpeln. Ich helfe Ihnen eben, die Kisten ins Auto zu tragen.“ Meine Mutter antwortete: „Das ist sehr lieb von Ihnen, das fällt mir auch etwas schwer.“
Zügig hatte der Mann die Kisten verstaut und sagte nun zu ihr: „Jetzt müssen Sie nur noch zu Hause jemanden finden, der Ihnen hilft.“ Meine Mutter antwortete darauf, sie hätte einen netten Nachbarn, setzte sich ins Auto und fuhr davon.

Als sie mir diese Geschichte erzählte, musste ich doch schmunzeln und erklärte ihr, dass man doch merken würde, dass sie schon viele, viele Jahre nicht mehr geflirtet hatte. Jetzt wird sie schon von einem netten, älteren Herrn angesprochen, der sehr hilfsbereit ihr gegenüber ist und sie fährt einfach davon. Ich sagte ihr, dass sie ihm hätte sagen sollen: Dass, wenn er ihr zu Hause auch hilft, sie eine gute Tasse Kaffee für ihn kochen würde und leckere Weihnachtsplätzchen dazu hätte.

Daraufhin musste sie schallend lachen und erklärte, auf diese Idee wäre sie ja gar nicht gekommen und außerdem möchte sie keinen Mann mehr im Haus haben. Darauf erwiderte ich, dass sie sich ja nicht einen Lebenspartner aussuchen soll, der direkt bei ihr einzieht. Aber ein netter, älterer Herr an ihrer Seite würde ihr sicherlich guttun, um schöne Stunden zu zweit zu erleben.

Oftmals erlebe ich in der Pflege ältere, verwitwete Frauen, die 80 und älter sind und mir dann im hohen Alter erklären, dass sie einen Fehler gemacht haben: Nachdem ihr Ehemann gestorben ist, als sie so um die 60 waren, sind sie nicht noch einmal eine Partnerschaft eingegangen. Somit haben sie oftmals Jahrzehnte ohne Partnerschaft gelebt.

Für Liebe und Zärtlichkeit sind wir nie zu alt.

Deine Stephanie Fricke

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