7. Juni 2021

Liebes Tagebuch,

letzte Tage saßen wir zusammen im Büro. Da erzählte Danny ihre schönste Geschichte seitdem sie beim Steverteam Mobile Pflege arbeitet. Sie berichtete, sie hatte Herrn W. lange gepflegt. Erst konnte er noch mit ihr durch die Wohnung laufen und sprechen. Mit der Zeit wurde dies immer weniger und er war dann schwerst pflegebedürftig. Dann kam die Zeit, wo man doch sah, dass er den letzten Weg seiner Reise gehen würde. Danny begleitete ihn auch auf dieser Reise. Sie erzählte, dass die Frau an der einen Seite und sie an der anderen Seite des Bettes saßen, die Ehefrau noch seine Wange streichelte und er dabei für immer eingeschlafen ist. Für Danny war das ein so bewegender, trauriger aber auch sehr schöner Moment, weil mit Hilfe des Palliativdienstes und des Pflegedienstes hatte die Familie es geschafft, dass dieser sehr alte und pflegebedürftige Mensch zu Hause in seinen vier Wände sterben durfte. Und das ist nicht zu unterschätzen. Jeder, der das Gefühl von Heimweh kennt, kann sich vorstellen, wie schlimm es ist, in einer solchen Situation nicht zu Hause sein zu können. Heute pflegt Danny seine Ehefrau. Die beiden kennen sich nun schon seit vielen, vielen Jahren. Und da gibt es kein Verhältnis mehr Pflegekraft/Pflegebedürftige, sondern es ist ein partnerschaftliches, freundschaftliches Verhältnis geworden.

Das sind die Geschichten und Momente, die uns die Motivation für unseren Beruf geben.

Deine Stephanie Fricke

14. Mai 2021

Liebes Tagebuch,

vor einiger Zeit hatte ich eine Neuaufnahme, einen älteren Herrn. Diesem Mann half ich morgens beim Waschen am Waschbecken. Als ich gerade dabei, ihm seinen Intimbereich zu pflegen, sagte er zu mir: „Sie haben den beschissensten Job aller Zeiten.“ Ich schaute ihn ganz erstaunt an und fragte, warum. Er antwortete mir: „Sie müssen fremden Leuten den Hintern waschen.“ Ich erklärte ihm, dass mir das nichts ausmacht, ob ich einen Hintern oder Füße wasche und dass ich ja auch Handschuhe anhabe. Und fragte ihn, was er denn beruflich gemacht hat. Er war Lokomotivführer. Daraufhin fragte ich ihn weiter, ob ihm denn mal passiert, dass ihm jemand vor seinen Zug gesprungen ist. Er äußerte: „Fünf mal. Und nach dem letzten Mal hab ich gesagt, jetzt reichts. Dann bin ich in Rente gegangen.“ Daraufhin fragte ich ihn: „Und wer hatte nun den beschissensten Job aller Zeiten?“ Er schaute mich nur erstaunt an und meinte: „Jou, da haben Sie recht.“

Deine Stephanie Fricke

30. April 2021

Liebes Tagebuch,

heute erzähle ich Dir eine kleine Geschichte von meinem Kollegen Carsten. Carsten reinigt bei uns die Dienstwagen, repariert im Büro und bei Patienten Dinge, die defekt sind und übernimmt Kurierfahrten. Letzte Woche kam seine Kollegin Carina auf ihn zu und erklärte ihm, dass ihr Auto wohl ein Loch im Reifen hätte, hinten rechts, und dass es auch so komisch fahren würde. Ich meine, mit der Beschreibung „so komisch fahren“ kann ein Handwerker natürlich so richtig viel anfangen. Aber er versprach ihr, danach zu schauen. Was er auch am gleichen Abend direkt tat. Somit schaute er sich den Reifen hinten rechts an, konnte aber keinen Luftverlust feststellen. Fuhr das Auto auch stückchenweise nach vorne, um die ganze Lauffläche zu kontrollieren. Aber er konnte immer noch nichts finden. Schließlich rief er Carina an um noch mal genau zu erfragen, um welchen Reifen es denn geht. Da äußerte sie ganz erschrocken am Telefon, dass sie nicht hinten rechts sondern vorne rechts meine. Also kontrollierte Carsten den Reifen vorne rechts. Aber auch dort war nichts festzustellen und rief Carina wieder an. Upps, sie meinte nicht vorne rechts sondern vorne links. Mit dem hatte Carsten dann die Faxen dicke und kontrollierte somit direkt die beiden linken Reifen, wieder Stück für Stück, um dann festzustellen, dass hinten links ein kleines Steinchen im Profil saß. Diesen konnte er mit zwei Fingern rausnehmen und somit war alles in Ordnung und auch das komische Fahrgefühl war beseitigt.
Anschließend sagte Carsten zum mir: „Das war typische Frauenlogik.“ Ich erklärte ihm, er müsse gaaanz vorsichtig sein, da die meisten im Kollegium bei uns ja Frauen sind. Aber leider musste ich ihn auch bestätigen.

Deine Stephanie Fricke

23. April 2021

Liebes Tagebuch,

hier kommt Teil 3 der Impfgeschichte:

Da die Gemeinde Senden sich um die Begleitung für den zweiten Impftermin unserer Dame kümmern wollte, hatte ich mich da auch nicht mehr zu gemeldet. Letzte Tage saß ich nun wieder mal bei der Patientin, stellte die Medikamente und fragte sie: „Wann haben Sie denn eigentlich Ihren zweiten Impftermin?“ Denn auswendig wusste ich das natürlich nicht. Sie antwortete: „Heute, aber von meinem Impfbegleiter habe ich noch nichts wieder gehört. Ich weiß nur, dass das irgendwann heute Nachmittag sein soll.“ Und da mein Nachbar Martin, der ja sie zur ersten Impfung begleitet hatte, auch nichts mehr erzählt hatte, war mir klar, dass das nicht gut gehen würde. Also nahm ich Kontakt mit ihm auf und erfuhr, dass er von nichts wusste. Niemand von der Gemeinde hat ihn angerufen. Daraufhin telefonierte ich also mit der Gemeinde. Die hatten dann wohl verpasst, den zweiten Impftermin bei unserem Martin anzumelden. Der Gemeindemitarbeiter versprach mir, sich sofort darum zu kümmern und sich wenig später wieder bei mir zu melden. Mittlerweile war ich auch im Büro angekommen und konnte nachschauen, zu welcher Uhrzeit der Impftermin geplant war. Denn die Notiz darüber hatte ich mir extra an die Seite gelegt – für alle Fälle! Somit wusste ich nun, das die Dame um 15:30 Uhr den Termin hatte. Und wir wollten natürlich, dass unser Martin sie wieder begleitet. Einfach aus dem Grund: Für eine Dame von über 80 ist es angenehmer, wenn sie von einem bekannten Menschen des Pflegedienstes gefahren wird, und die beiden kannten sich ja nun schon. Die Menschen werden natürlich mit dem zunehmenden Alter immer ängstlicher. Und da sie in den Medien immer mehr hören über Enkeltricks, werden diese Ängste ja immer mehr geschürt. Kurze Zeit rief mich die Gemeinde Senden zurück, dass sie einen Herrn beauftragt hätte. Sie nannten mir auch den Namen des Herrn, der Dame für 17:00 Uhr begleiten würde. Ich stutzte und antwortete: „Nein, die Uhrzeit ist schon falsch und die Begleitung auch.“ Weiter merkte ich an, dass unser Nachbar die Dame begleiten würde und zwar zu 15:30 Uhr. In der Zwischenzeit hatte ich natürlich auch mit unserem Martin telefoniert. Martin hatte mir versichert, dass er Zeit hat und die Nachbarin auch gerne wieder das zweite Mal begleiten würde. Letztendlich hat nach allen Wirrungen und Irrungen alles gut geklappt und sie hat ihre zweite Impfung erhalten. Freut sich nun, einen Schutz zu haben und dass auch mal wieder ein Enkelkind-Besuch möglich ist.

Deine Stephanie Fricke

16. April 2021

Liebes Tagebuch,

die Geschichte geht weiter:

Unser Martin hat sie natürlich begleitet. Und das hat auch wunderbar geklappt. Die Dame erzählte uns am nächsten Tag: Hätte sie keine Begleitung gehabt, dann wäre sie niemals zurecht gekommen. Sie hatte sich am ersten Point angemeldet und die Mitarbeiter dort suchten nun ihren Namen, aber konnten diesen natürlich nicht finden. Es wurden alle Unterlagen durchgeschaut, es wurde im PC nachgeschaut. Aber ihr Name war nirgends verzeichnet. Da kam die Dame zum Glück noch auf die Idee und zog die Vollmacht heraus, die sie ja von unserer anderen Patientin bekommen hatte. Somit konnte man ihr nun weiter helfen und sie konnte geimpft werden. Unser Martin begleitete sie von Stützpunkt zu Stützpunkt.
Es geht wie folgt vor: Am ersten Stützpunkt wird die Körpertemperatur jedes einzelnen gemessen. Dann gibt es genaue Linien am Boden, an denen man sich orientieren kann. So wird man zu jedem nächsten Stützpunkt geführt. Am zweiten werden die Daten von jedem Impfling aufgenommen und man erhält einen Anamnese- und Aufklärungsbogen zum Impfstoff. Die Wegweiser an Boden und Decke führen einen zu einem Wartebereich mit Stühlen und Tischen. Dort werden die Bögen ausgefüllt. Ist dieses erledigt, geht es zum dritten Stützpunkt. Dort gibt man alles ab, erhält dann eine Mappe mit einem weiteren Bogen und muss eine Nummer ziehen. Dann geht man wieder zurück in den Wartebereich und wartet bis seine Nummer aufgerufen wird. Ist man dann dran, geht man zum vierten Stützpunkt. Dort erfährt man, vor welcher Impfkabine man warten muss. Alle Impfkabinen sind durchnummeriert. Wenn man vom Arzt aufgerufen wird, wird mit ihm zuerst das Aufklärungsgespräch geführt. Dann erhält man von ihm oder einer medizinischen Fachkraft die Impfung. Diesen Impfraum verlässt man auf der gegenüberliegenden Seite des Eingangs. Dort befindet sich wieder ein Wartebereich. Denn jeder Impfling muss mindestens 15 Minuten oder auch länger, je nach Vorerkrankung, dort noch warten, ob eventuell Impfreaktionen auftreten. Damit ist es aber noch nicht abgeschlossen. Sondern dort gibt es noch einen weiteren Stützpunkt. Da muss man sich abmelden. Dann kann man das Impfzentrum verlassen und nach Hause fahren. Und man kann sich nun freuen, dass schon mit der ersten Impfung ein gewisser Schutz erzielt worden ist.
Wir vom Steverteam waren ja auch schon dort im Impfzentrum. Und waren sehr begeistert von der Organisation, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der dortigen Mitarbeiter. Auch unser Martin, als Begleiter, sagte, dass alles sehr entspannt, ruhig und freundlich abgelaufen ist. Das schöne war aber auch, dass für unseren Martin, der ja ein Motorsportfan ist, dort die tollen Sportwagen von Wiesmann ausgestellt sind. Er meinte, das wäre bestimmt das schönste Impfzentrum in Deutschland.

Und damit endet die Geschichte immer noch nicht.
Denn nächste Woche erzähle ich Dir, wie es mit der Zweitimpfung weitergeht.

Deine Stephanie Fricke

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