8. Februar 2020

Liebes Tagebuch,

Du hast ja sicher schon die Schneemassen draußen gesehen. Und für uns aus der ambulanten Pflege bedeutet das eine große Herausforderung. Aber es ist natürlich auch sehr spannend. Jetzt habe ich zum Glück ein Auto mit Allradantrieb und komme in alle Straßen und Ecken rein. So fuhr ich direkt mal bei der ersten Patienten in einen Schneehaufen, damit ich im Dorf überhaupt parken kann. Begrüßt hat sie mich dann mit den Worten: „Wieso kommen Sie denn überhaupt, ich habe nicht mit Ihnen gerechnet.“ Da fing mal der Tag und die Woche schon gut an… Ich erklärte ihr dann, dass ich doch gerne ihre Wunde versorgen würde. Ja, da wurde es ihr dann auch bewusst, dass das doch sehr wichtig ist.
Somit bin ich weiter meine Patienten abgefahren und habe gleichzeitig meine Kollegin Claudia zu ihren Patienten gefahren.
Mittags haben wir dann mal den privaten PKW unserer Kollegin Petra mit fünf Mann geschoben, weil dieser sich festgefahren hatte. Es war so ein kleiner, tiefer gelegter Sportflitzer. Unser Arbeitsalltag unterscheidet sich doch zur Zeit sehr zu den sonstigen alltäglichen Tage, die wir sonst erleben. Überall komme ich rein mit meinen dicken Winterstiefeln und Mütze. Versuche natürlich soviel Schnee draußen zu lassen, wie es eben geht. Aber zumeist hinterlasse ich eine Spur im Haus. Und dann ist deutlich zu sehen, welche Räume ich nutze. Auch meine Mütze, die ich eigentlich aus Höflichkeit abnehmen würde, lasse ich auf, da ich sonst beim Abnehmen noch mehr Schnee im Haus verteilen würde. Da es zur Zeit so kalt ist, kann ich halt auch nicht ohne Mütze draußen rumlaufen. Aber zum Glück war heute nicht viel los im Dorf. Viele Menschen sind vernünftig und bleiben zu Hause.

Da in den nächsten Tage Tauwetter nicht in Aussicht steht, hoffe ich, dass weiterhin die Menschen möglichst zu Hause bleiben und schon gar nicht mit dem Fahrrad unterwegs sind. Das habe ich doch tatsächlich heute gesehen. Der Mann würde sich, wenn er mit dem Fahrrad ausrutscht und stürzt mit Sicherheit Ellbogen oder Schulter brechen.

Deine Stephanie Fricke

 

1. Februar 2021

Liebes Tagebuch,

heute Mittag war ich mit meiner Kollegin zur Versorgung eines Patienten. Als wir zurück kamen ins Büro, kam Kevin auf mich zu und sagte mit einem Lächeln im Gesicht: „Hast Du uns nichts zu sagen?“ „Nö“, sagte ich, „eigentlich nicht.“ War noch kurz am überlegen, aber wiederholte: „Nö, eigentlich nichts.“ Er äußerte weiter: „Die WN hat angerufen. Die wollen anlässlich Deines Firmenjubiläums einen Artikel veröffentlichen.“ Danny fragte direkt: „Firmenjubiläum? Wie lange gibt es uns denn schon?“ Ich erklärte daraufhin, dass ich mich mit dem Steverteam Mobile Pflege selbstständig gemacht habe am 1. April 2001. Somit haben wir dieses Jahr unser 20jähriges Firmenjubiläum. Zum 15. waren wir lecker essen im damaligen neuen Restaurant bei Grothues Potthoff. Aber zu Corona-Zeiten können wir leider nichts  außergewöhnliches planen. Daraufhin sagte Kevin: „Hättest Du dann deswegen uns allen das Jubiläum verschwiegen?“ Ich meinte zu den beiden: „Nee, ich wollte wohl eine Torte ausgeben, so dass dann im kleinen Kreis Kaffee getrunken werden kann, damit wir den Abstand wahren können. Und im Herbst, wenn es keinen LockDown mehr gibt, habe ich vor, dass wir irgendwas schönes machen, essen gehen, ne kleine Feier, Abends, irgendwas. Aber zur Zeit können wir halt gar nix planen.“

Liebes Tagebuch, jetzt muss ich mir erstmal Gedanken darüber machen, wie ich mich fühle: Seit 20 Jahren in der ambulanten Pflege in Senden unterwegs zu sein.

Deine Stephanie Fricke

25. Januar 2021

Liebes Tagebuch,

vor einiger Zeit habe ich einen älteren Herrn aufgenommen für die häusliche Versorgung durch uns, das Steverteam Mobile Pflege. Zur Zeit ist er noch sehr eingeschränkt in seinen Freiheiten, weil der Treppenlifter, der schon längst angebracht werden sollte, auf sich warten lässt. Somit lebt dieser Patient nur oben in seinem Haus und kann die untere Etage gar nicht nutzen. Vor einigen Tagen fragte ich die Ehefrau, wie es denn nun mit dem Treppenlifter aussieht. Sie meinte, sie würde beim Lieferanten noch mal anrufen und in aller Deutlichkeit die Dringlichkeit anmahnen, mit dem Zusatz: „Damit wir zusammen frühstücken können.“ Jou“, sagte ich, „prima! Ich nehme ein Sesambrötchen mit Schinken und ein gekochtes Ei.“ Die Frau schaute mich völlig erstaunt an, der Mann musste lachen. Ich fragte ihn dann, was er denn wohl zum Frühstück wünsche. Die Antwort war: „Ein Mettbrötchen.“ Ich fügte dann noch hinzu: „Ich nehme auch gerne noch einen Kaffee, Tee geht aber auch.“ Der entsetzte Gesichtsausdruck der Ehefrau wurde immer größer, das Lachen des Ehemannes immer breiter und ich setzte natürlich noch einen drauf und sagte ihr: „Sobald ich da bin, können Sie ja frische Brötchen holen und das Frühstück vorbereiten, während ich Ihren Mann pflege und dann kommen wir zusammen nach unten.“ Ihre Mimik war herrlich schockiert. Ich hatte meinen Spaß dabei, der Ehemann auch, erklärte ihr dann aber, dass ich sehr wohl verstanden habe, dass sie sich selber und ihren Mann meint. Daraufhin schaute sie mich an und sagte, ich könne gerne mal mit frühstücken. Ich meinte dann aber zu ihr, das wäre sehr nett, aber zu Corona-Zeiten geht das schon mal gar nicht und sonst leider auch nicht, denn normalerweise frühstücken wir gemeinsam im Team im Büro. Ich erklärte ihr noch, dass bei solch einer Vorlage wie „wir frühstücken zusammen“ ich nicht meine Klappe halten kann und sie uns (ihrem Ehemann und mir) damit einen vergnüglichen Vormittag bereitet hatte.

Deine Stephanie Fricke

18.01.2021

Liebes Tagebuch,

meine Nachbarin ist eine richtig coole Frau. Sie spricht alle möglichen Leute an, wenn ihr danach ist. Hat überhaupt gar keine Hemmungen, läuft durchs Leben und freut sich. So manchmal habe ich schon gedacht, die Coolness hätte ich nicht. Heute erzählt sie mir eine kleine Geschichte.

Sie hatte Feierabend in Lüdinghausen und wollte mit dem Bus nach Hause. Da stand sie nun an der Bushaltestelle und wartete. Und dabei fiel ihr auf, dass sie ihre Maske (MNS) im Büro vergessen hatte. So, was nun? Zurücklaufen, die Maske holen und den Bus verpassen und eine Stunde auf den nächsten warten müssen, das ist natürlich Mist. Da kam ihr die zündende Idee. Ssie zufällig ein Bikini-Oberteil dabei. Kurzerhand faltete sie dieses, so dass ein Körbchen genau ihre Nase und Mund bedeckte und sie das mit den Trägern hinterm Kopf zusammen binden konnte. Somit ist sie ihrer Mund-Nasen-Bedeckung nachgekommen und konnte nach Hause fahren. Ich hätte mich das niemals getraut, da ich ja so eine kleine Nase und so ein großes Körbchen habe. Ich wäre in Grund und Boden versunken. Aber Ute denkt sich nichts dabei.

Liebes Tagebuch, ich habe ein Foto davon auf ihrem Handy gesehen. Es sah richtig gut aus und man konnte auch nicht erkennen, dass es kein MNS ist.

Deine Stephanie Fricke

22. Dezember 2020

Liebes Tagebuch,

heute erzähle ich Dir eine kleine, lustige Geschichte von meiner Kollegin Maria.

Da Maria schon 60 Jahre jung ist, hat sie ja einen Anspruch auf die drei kostenlosen FFP2-Masken aus der Apotheke. Sie ging also los und fragte auch nach ihren Masken. Die Apothekerin verlangte dann nach ihrem Ausweis. Sie musste beweisen, dass sie schon 60 Jahre alt ist. Maria fand das natürlich sehr schön und war geschmeichelt. Wir mussten auch alle herzlich lachen. Denn so mit 18 kennt man es ja, dass man sich ausweisen muss, dass man endlich 18 ist. Aber so mit 60 ist das doch eine andere Variante.

Auch wenn der Anlass natürlich sehr, sehr traurig ist, was zur Zeit in unserer schönen Welt passiert, gibt es doch immer wieder kleine, schöne Geschichten, die uns zum Schmunzeln bringen.

Deine Stephanie Fricke

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