19. August 2022

Liebes Tagebuch,

bis vor ein paar Tagen hatte ich eine Patientin in der Versorgung, die eigentlich gar nicht in Senden wohnt. Da sie hier aber eine Woche Urlaub machte, benötigte sie von uns Unterstützung beim An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe. Ich schaute mir das am ersten Tag an und am zweiten und dachte mir so: „Eigentlich sind diese Strümpfe zu weit für Sie.“ In der Kniekehle musste ich sie immer gut nach oben ziehen, weil die Dame sagte, die Strümpfe fangen an zu rutschen und dann kneifen sie. Ich fragte daraufhin, wie alt denn die Strümpfe wohl wären. Die Antwort war: „Das sind die vorletzten.“ Und die Dame hatte ein leichtes Lächeln im Gesicht. Daraus konnte ich direkt schließen, dass sie wusste, worauf hinaus das Gespräch laufen würde. Denn tatsächlich waren ihre Strümpfe schon über ein Jahr alt, die neueren waren ihr zu stramm und auch ihre Beine waren schon jahrelang nicht mehr vermessen worden. Ich habe die Dame deutlich dazu beraten, nur die Strümpfe zu tragen und die dürfen auch nicht älter als 6 Monate sein. Und sie solle sich auch meiner Meinung nach mindestens einmal jährlich die Füße und Beine vermessen lassen, denn der ganze Strumpf saß überhaupt nicht mehr. Daraufhin wurde ihr Lächeln noch breiter und sie fragte mich, ob ich das Gespräch nicht vergessen könnte. Ich sagte ihr, dass ich das natürlich dokumentiere, aber dass ich dann das Gespräch vergesse, da sie ja in drei Tagen wieder nach Hause fahren wird.

Manchmal muss man einfach alle fünfe gerade sein lassen. Aber vielleicht überlegt die Dame sich das ja doch noch einmal. Ich bin auf nächstes Jahr gespannt, wenn sie vielleicht wieder Urlaub in Senden macht.

Deine Stephanie Fricke

12. August 2022

Liebes Tagebuch,

wie Du weißt, liebe ich ja die Interaktion mit meinen Mitmenschen. Letzte Tage erzählt mir eine Patientin, dass sie in der Tagespflege gebastelt haben. Und dass sie das früher überhaupt nicht gerne getan hat, weder als Kind noch als erwachsene Frau. Mittlerweile hat sie es aber für sich entdeckt und freut sich darauf, wenn wieder in der Tagespflege gebastelt wird. Ich fragte sie daraufhin, wie alt sie denn wäre. Sie schaute mich darauf mit einem schrägen Blick an. Und ich sagte: „Ja, ja, ich weiß, Sie sind schon über 90. Und da passt das Sprichwort `Man wird so alt wie ein Haus und lernt immer noch nicht aus.“ Duraufhin erklärte sie: „Es gibt aber noch `Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu`. “ Ich lachte und sagte ihr: „Ja, das kenne ich wohl. Ich wollte Sie aber nicht als Kuh bezeichnen.“ Auch sie musste daraufhin herzlich lachen.

Aber das Schönste daran war, das die Kommunikation mit ihr überhaupt möglich war. Denn sie ist schon recht schwerhörig. Aber an guten Tagen, die leider in diesem Alter sehr selten sind, klappt das mit dem Hören dann manchmal etwas besser.

Deine Stephanie Fricke

5. August 2022

Liebes Tagebuch,

letzte Tage kam Claudia vom Dienst ins Büro und hatte schon ihre private Kleidung an. Ich fragte: „Ist was passiert?“ Weil sie ja von ihrer Frühpflege kam. „Ja“, sagte sie, „Herr S. hat sich geduscht und mich gleich mit. Ich war komplett nass bis in die Schuhe hinein. Und deshalb bin ich direkt nach Hause gefahren und habe mich umgezogen.“ Mit einem verschmitzten Lächeln antwortete ich ihr: „Ich finde es prima, wenn die Patienten ihre Pflegekräfte mit in die Pflege einbeziehen.“ 🙂

Deine Stephanie Fricke

Hier ein kleiner Tipp für warme Sommertage:

Kalte Tomaten-Gurken-Suppe – für drei Personen

Legen Sie Tomaten und Gurke morgens in den Kühlschrank. Wenn Sie die Suppe vorbereiten ist das Gemüse schon schön gekühlt.

1/4 Liter Brühe auch schon vorbereitet und aus dem Kühlschrank

Eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, 6 Strauchtomaten, 1 Schlangengurke
Zwiebeln und Knoblauch schälen, alles Gemüse grob würfeln und mit dem Passierstab zerkleinern, abschmecken und zu der Brühe geben – fertig.

Dazu können Sie getoastetes Brot mit Parmesan bestreut reichen

P.S. Mir persönlich schmeckt selbst gemachter Maracuja-Likör besser. 🙂

Viel Spaß beim Genießen