12. August 2022

Liebes Tagebuch,

wie Du weißt, liebe ich ja die Interaktion mit meinen Mitmenschen. Letzte Tage erzählt mir eine Patientin, dass sie in der Tagespflege gebastelt haben. Und dass sie das früher überhaupt nicht gerne getan hat, weder als Kind noch als erwachsene Frau. Mittlerweile hat sie es aber für sich entdeckt und freut sich darauf, wenn wieder in der Tagespflege gebastelt wird. Ich fragte sie daraufhin, wie alt sie denn wäre. Sie schaute mich darauf mit einem schrägen Blick an. Und ich sagte: „Ja, ja, ich weiß, Sie sind schon über 90. Und da passt das Sprichwort `Man wird so alt wie ein Haus und lernt immer noch nicht aus.“ Duraufhin erklärte sie: „Es gibt aber noch `Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu`. “ Ich lachte und sagte ihr: „Ja, das kenne ich wohl. Ich wollte Sie aber nicht als Kuh bezeichnen.“ Auch sie musste daraufhin herzlich lachen.

Aber das Schönste daran war, das die Kommunikation mit ihr überhaupt möglich war. Denn sie ist schon recht schwerhörig. Aber an guten Tagen, die leider in diesem Alter sehr selten sind, klappt das mit dem Hören dann manchmal etwas besser.

Deine Stephanie Fricke

5. August 2022

Liebes Tagebuch,

letzte Tage kam Claudia vom Dienst ins Büro und hatte schon ihre private Kleidung an. Ich fragte: „Ist was passiert?“ Weil sie ja von ihrer Frühpflege kam. „Ja“, sagte sie, „Herr S. hat sich geduscht und mich gleich mit. Ich war komplett nass bis in die Schuhe hinein. Und deshalb bin ich direkt nach Hause gefahren und habe mich umgezogen.“ Mit einem verschmitzten Lächeln antwortete ich ihr: „Ich finde es prima, wenn die Patienten ihre Pflegekräfte mit in die Pflege einbeziehen.“ 🙂

Deine Stephanie Fricke

Hier ein kleiner Tipp für warme Sommertage:

Kalte Tomaten-Gurken-Suppe – für drei Personen

Legen Sie Tomaten und Gurke morgens in den Kühlschrank. Wenn Sie die Suppe vorbereiten ist das Gemüse schon schön gekühlt.

1/4 Liter Brühe auch schon vorbereitet und aus dem Kühlschrank

Eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, 6 Strauchtomaten, 1 Schlangengurke
Zwiebeln und Knoblauch schälen, alles Gemüse grob würfeln und mit dem Passierstab zerkleinern, abschmecken und zu der Brühe geben – fertig.

Dazu können Sie getoastetes Brot mit Parmesan bestreut reichen

P.S. Mir persönlich schmeckt selbst gemachter Maracuja-Likör besser. 🙂

Viel Spaß beim Genießen

29. Juli 2022

Liebes Tagebuch,

ich bin ein Mensch mit einem hohen Pflichtbewusstsein und tue mich manchmal schwer, bestimmte Dinge nicht zu tun, denke aber ich müsste sie tun. Vor einiger Zeit fragte uns eine pflegebedürftige Frau, ob wir am Samstag Abend nicht später kommen könnten, da sie zur Hochzeit ihrer Enkeltochter möchte. Spontan wollte ich schon sagen, ja klar, weil es natürlich sehr schön ist, wenn sie an der Feier teilnehmen kann. Dann dachte ich aber, nee, meinem Personal ist es nicht zuzumuten, sich noch eine Stunde oder anderthalb irgendwo hinzustellen und darauf zu warten, dass die Dame nach Hause kommt, damit wir ihr ins Bett helfen. Und am nächsten Tag klingelt der Wecker für uns wieder um fünf Uhr früh, weil die Frühschicht ruft. Auch ihre Angehörigen wollten das nicht übernehmen.
Die heutige Jugend sieht das heute oft ganz entspannt und sagt: „Nö, mach ich nicht. Dafür bin ich nicht verantwortlich. Wir wollen ja auch feiern.“ Mein Gewissen meldet sich dann und ich bekomme ein schlechtes Gefühl, dieser Dame das abzusagen. Aber das habe ich von der Jugend gelernt: Ich bin da wirklich nicht für verantwortlich. Die Dame hat in den letzten Jahrzehnten Raubbau an ihrem Körper betrieben, sich falsch ernährt und ist somit massiv übergewichtig geworden. Hat keinen Sport getrieben, keine Reha-Maßnahme gemacht und ist somit auf Dauer in eine Pflegebedürftigkeit abgerutscht. Das Ergebnis war dann, dass sie unter anderem halt nicht auf diese Hochzeit konnte. Ich bin fest davon überzeugt, wenn sie schon vor 20 Jahren gesagt hätte: „Ich muss was tun für meinen Körper.“, dann wäre sie heute nicht da, wo sie ist. So wie die Dame, von der ich Dir vor ein paar Tagen berichtet habe, die dabei ist ihr Leben zu ändern und wieder deutlich an Lebensqualität zu gewinnen.

Also Leute, hoch von der Couch, bewegt Euch. Versucht Euer Gewicht zu reduzieren, ernährt Euch gesund und erhaltet Eure Gesundheit.

Deine Stephanie Fricke

P.S. Wir Mädels gehen jetzt eine Stunde stramm schwimmen.