Liebes Tagebuch,
heute erzähle ich Dir eine kleine Geschichte aus dem Arbeitsalltag meiner Kollegin Nicole. Seit einigen Jahren betreuen wir eine Dame, die oftmals nicht so gut zurecht war. Kleine körperliche Beschwerden, psychisch doch recht niedergeschlagen, einfach so insgesamt nicht gut zurecht. Dann hatte sie sich jedoch dazu entschieden, dass sie ihr Leben verändern muss, ist ins barrierefreie Wohnen gezogen und besucht seitdem auch regelmäßig die Tagespflege. Sofort merkte sie, dass sie sich doch wohler fühlt und hat sich dann auch überlegt, dass es doch allerhöchste Zeit wird, etwas abzunehmen. Setzte das auch in die Tat um und hat sogar schon ein paar Kilos verloren. Als sie mit ihrem Abnehmprogramm anfing, sagte sie zu Nicole, sie möchte sich dann selber belohnen und wenn sie ein paar Kilos abgenommen hat, möchte sie gerne mal wieder schwimmen gehen. Das hat sie schon gut zwei Jahrzehnte nicht mehr getan. Jetzt war es soweit. Die beiden hatten sich verabredet und es ging los ins Schwimmbad. Erst wollte sie zwar das ganze wieder absagen, weil sie doch nicht so sicher war ob das gut ist. Sie wiegt ja doch noch so viel und hatte einige weitere Ausflüchte, warum sie doch nicht zum Schwimmen wollte. Nicole ließ keine Ausrede zu, blieb hart und somit ging es ab ins Wasser. Und das Ergebnis: Nicole hatte Mühe, die Frau wieder aus dem Wasser zu kriegen, weil es für sie doch so wunderschön war. Sie schwamm ihre Bahnen hin und her und wollte gar nicht mehr raus. Für uns ist mal richtig schön zu erfahren, dass ein Mensch seinen Tiefpunkt überwinden kann auch wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Und wir sind doch wirklich alle für uns selbst verantwortlich und können viel für unsere Gesundheit tun. Der Dame geht es seitdem viel besser und sie blüht wieder richtig auf.
Archiv des Autors: mobilepflege
Der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite
Dazu habe ich für Sie hier einen kleinen Ausflugstipp. Nutzen Sie die „Schöllinger Badeanstalt“.
Vor einiger Zeit habe ich schon darüber berichtet, dass immer mehr Sendener und auch Menschen, die nicht aus Senden kommen, zu uns an den Kanal kommen und dort den Sommer genießen. Vor der Schöllinger Brücke sind die Steine am Kanalufer in Beton gelegt. Somit kann jeder, ob groß oder klein leicht in den Kanal gelangen und wieder hinaus. Allein am Ufer zu sitzen und die Menschen zu beobachten, beim Schwimmen, manchmal sogar mit Hund, oder beim Stand-Up-Paddeling. Und dazu noch die Boote zu bewundern, ist eine sehr schöne Freizeitbeschäftigung. Aber Achtung: Bitte seinen Sie vorsichtig, denn der Kanal mit seinen großen Schiffen bietet auch Gefahren mit der Strömung, geben Sie Acht. Und bitte nehmen Sie Ihren Müll wieder mit nach Hause.
P.S. Früher nannte man den Kanal im Münsterland auch nicht umsonst „Ruhr-Riviera“
8. Juli 2022
Liebes Tagebuch,
wenn alte Freundinnen sich wieder melden…
Letztes Wochenende rief auf unserem Pflegenotrufhandy eine alte Freundin von mir aus der Jugend an. Sie hatte mich gesucht und über den Pflegedienst die Nummer herausgefunden. Und somit haben wir uns direkt für Dienstag Abend verabredet und sind in Dülmen lecker Eis essen gewesen. Das hat mich natürlich sehr überrascht, denn nach über 22 Jahren hatte ich nicht damit gerechnet. Aber, wie Du ja weißt, liebes Tagebuch, liebe ich die Interaktionen mit Freunden und besonders mit guten, alten Freunden. Es war ein sehr, sehr schöner Abend und ich hoffe, dass dieser Kontakt nicht wieder abbrechen wird.
Deine Stephanie Fricke
Hier ein kleiner Freizeittipp von mir
Der Dülmener Sommer auf dem Rathausplatz bietet Ihnen ein abwechslungsreiches Programm. Im Sommer Aufführungen unter freiem Himmel zu genießen, das hat schon etwas Besonderes – und auch noch mit freiem Eintritt. Das Schöne daran ist, besuchen Sie eine Lokalität, dort sitzen Sie etwas erhöht, haben einen wunderbaren Blick auf die Vorführungen und können noch dabei lecker schmausen. So habe ich es gestern erlebt; durch Zufall da rein gerutscht und habe es wirklich genossen.
Weitere Infos finden Sie hier: Dülmener Sommer
1. Juli 2022
Liebes Tagebuch,
ich liebe die Interaktionen mit anderen Menschen. Ob es nun Familie, Freunde, Bekannte oder Nachbarn sind oder auch gänzlich fremde Menschen, ich quatsche alle an. Meine Tochter sagt immer. „Mama, Du bist peinlich.“ Aber ich finde mich eigentlich ganz gut so wie ich bin und ein bisschen Selbstbewusstsein schadet ja nie. Letzte Tage erzählte mir mein Kollege Kevin, dass es doch schön ist, dass er und seine Frau in so einer Clique sind und alle sich gut verstehen. Oftmals kommen sie auch zu ihm nach Hause zu Besuch. Er erzählte weiter, am Tag vorher rief ein Kumpel an und fragte: „Ey, haste ein Bier? Ich komm rum.“ Kurze Zeit später rief sein Bruder an, der auch zur Clique gehört, und meinte zu ihm: „Ey, haste Zeit? Lass uns noch ein bisschen an Deinem Motorrad rumbasteln.“ Mit dem, dass er gerade aufgelegt hatte, rief der dritte an und wollte auch vorbei kommen. Aber es kamen dann nicht nur die „Jungs“, zum Teil kamen die Frauen auch mit, hatten Würstchen und Salat dabei und es wurde somit eine gemütliche Feierabend-Grill-Runde. Mit dem stellte Kevin wieder einmal fest, dass ihm die Kontakte zu Freunden ganz wichtig sind. Ich konnte ihm das nur bestätigen. Weil, das ist das, was mir auch sehr wichtig ist. Ich prüddel gerne mal zu Hause so alleine vor mich hin, aber die Interaktionen mit anderen Menschen möchte ich nicht missen. Manchmal stelle ich jedoch dabei fest, dass ich dann doch schon über 50 bin und erschrecke mich darüber. So geschehen in der Familien-Umkleide im Schwimmbad. Ein Pärchen, Mitte 20, unterhielt sich darüber, dass Bekannte von ihnen nach Dänemark fahren in den Urlaub. Und der Mann äußerte: „Was willst Du denn da machen, da ist doch nichts los. Da würde ich nie hinfahren wollen.“ Unweigerlich bekam ich das Gespräch mit und äußerte sofort mit einem Grinsen: „Ey, wir fahren auch nach Dänemark.“ Und somit ergab sich ein nettes Pläuschchen mit zwei fremden Menschen, die halb so alt waren wie ich. Aber ich musste ihm Recht geben, mit Mitte 20 fand ich auch andere Orte interessanter als Dänemark. Heute liebe ich im Urlaub die Ruhe und die Weite, vor allen Dingen das Hygge.
Deine Stephanie Fricke