17. Juni 2022

Liebes Tagebuch,
eine schöne Geschichte aus meinem Alltag. Letzte Tage parke ich nach meiner Pflegetour am Büro und steige aus. Mit dem kommt eine Frau vorbei und spricht mich an und fragt: „Na, erste Pflegetour schon rum?“ Ich sagte: „Ja.“ Daraufhin sagte sie: „Vielen Dank für Ihre Pflege.“ Und ging weiter. Wir pflegen diese Frau nicht und sie ist mir auch nicht als Angehörige bekannt. Sie wollte sich wahrscheinlich einfach nur mal bedanken, weil unser Beruf nicht immer der leichteste ist. Diese kleine Geste hat mir einen schönen Tag bereitet und ich denke gerne daran zurück.

Deine Stephanie Fricke

9. Juni 2022

Liebes Tagebuch,

jedes Jahr halte ich in unserer Firma Inhouse-Schulungen im Bereich Hygiene, da ich ja die Hygiene-Managerin bin. Vor allen Dingen spreche ich immer über Lebensmittel. Da wir diese oft zubereiten und verabreichen, müssen wir natürlich sehr darauf achten, dass diese noch in einem guten, nicht verdorbenen Zustand sind. Letzte Tage erzählte mir meine Nachbarin, dass sie eine Scheibe Kochschinken, die ihr nicht mehr so ganz frisch vorkam, noch gegessen hat. Und sie hat diese mit in eine Gemüsepfanne gepackt, weil sie gedacht hat, wenn sie diese erhitzt, dann ist alles abgetötet und dann kann ihr nichts mehr passieren. Ich sagte: „Oh, Anita, das darfst Du nicht machen.“ In meinen Schulungen sage ich immer deutlich: „Auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Aber sich vor allen Dingen auf seinen eigenen Geruch und Gefühl verlassen, das uns oftmals schon vor verdorbenen Lebensmitteln warnt. Und gerade Kochschinken sowie Fisch ist etwas, was ganz schnell mal „kippt.“ Das hat Anita dann auch ein paar Stunden später zu spüren bekommen. Aber noch viel unbedarfter ist eine Patientin von uns. Bei dieser muss Danny regelmäßig Tiefkühlprodukte sowie wie Vorratsschrank und Küchenschrank sichten und die Inhalte sortieren. Das bedeutet bei dieser Patienten, dass sie zumeist die Lebensmittel nur von links nach rechts schiebt, die Patientin das begutachtet und sagt: „Mmh, das habe ich also auch noch.“ Vor einiger Zeit hatte Danny aus der Tiefkühltruhe etwas selbst eingefrorenes, sollte dieses öffnen und nachschauen, was dort drin ist. Aber da das Tiefkühlgut komplett mit Eis bedeckt war, konnte sie das nicht herausfinden. Also nahm die Patientin sich eine Gabel, stach und kratzte die Eisschicht von dem Lebensmittel herunter. Es kam dann wohl eine undefinierbare rote Masse zum Vorschein. Das konnte sie dann probieren und kam zu dem Schluss, dass es wohl Heringstipp sein müsse. Danny machte ihr den Vorschlag, dass das doch mal in Müll sollte. Das lehnte die Patientin kategorisch ab, machte den Deckel wieder drauf und die Dose wurde wieder in der Tiefkühltruhe verfrachtet.
Danny erzählte weiter: Vor ein paar Tagen wurde der Inhalt des Küchenschranks sortiert. Dabei fand Danny eine Marmelade mit einem MHD von 1992. Und sagte auch hier zu der Patientin, dass das Glas wirklich in den Müll gehört. Die Patientin antwortete nur darauf: „Bist Du bescheuert?“ Und Danny stellte das Glas wieder zurück. Als Danny mir davon berichtete, erklärte ich ihr, dass die Marmelade nicht schaden würde. Vitamine gäbe es zwar auch nicht mehr und sicherlich würde sie auch nicht mehr so gut schmecken, verdorben wäre sie durch den hohen Zuckergehalt aber wahrscheinlich nicht. Beim Heringsstipp wäre ich mir da nicht so sicher. Vor allen Dingen, wenn sie den dann sommertags außerhalb des Kühlschranks auftauen lässt und er dann dort auch noch mehrere Stunden bei Zimmertemperatur steht. Dann kann es sein, der Salat schlägt nach dem Verzehr so richtig zu. Aber, wie ich immer sage, unsere Patienten sind alle erwachsen und schon groß und dürfen selber entscheiden, was sie noch essen dürfen und was nicht. Wir raten davon lediglich ab.

Deine Stephanie Fricke

3. Juni 2022

Liebes Tagebuch,
ich pflege ja eine ältere Dame, die sich immer sehr schick macht, wenn sie zur Tagespflege geht. „Man weiß ja nie wen man trifft.“
Vor einiger Zeit merkte sie an, dass ich wohl viele Schuhe hätte. Ja, hatte ich das bestätigt, habe ich auch, da ich nicht so lange immer mit ein und dem selben Paar laufen kann. Da muss ich öfter wechseln. Ich erklärte ihr aber auch, dass die Schuhe nicht immer neu sind sondern aus meinem Fundus im Keller. Jedes mal, wenn ich meine Schuhe gewechselt habe und sie wieder andere sieht, wird dieses auch angemerkt. Heute, habe ich gedacht, bekommt sie doch mal eine Retourkutsche. Da ich heute zum ersten mal wieder meine Sommerschuhe anhatte, sah sie dieses sofort und zeigte auf meine Füße. Ich erklärte ihr, dass auch diese Schuhe aus dem Keller sind und keine neu gekauften und fragte sie daraufhin, mit welchen Schuhen sie denn heute zur Tagespflege gehen wolle, ob sie barfuß dorthin wolle. Sie hatte nämlich vergessen ihre Schuhe, die sie nach der Pflege anzieht, mir passend für sie ins Badezimmer zu stellen. Daraufhin meinte sie, sie laufe nie barfuß. Ich antwortete ihr jedoch, heute schon und schmunzelte. „Denn ich hab ja mal wieder neue Schuhe an und Sie keine.“ Die Dame schaute direkt zu der Stelle, wo sie normalerweise ihre Tagesschuhe hinstellt. Aber dort stand nichts. Da musste auch sie schmunzeln und meinte: „Oh, die habe ich wohl vergessen.“ Natürlich habe ich ihr ihre Schuhe geholt, denn barfuß kann sie wirklich gar keinen Schritt laufen, weil sie wirklich gar keinen Halt hat. Aber schön sind solche kleinen Neckereien, wenn ich mich mit meinen Patienten gut verstehe, man sich schon gut kennt und natürlich weiß, wie der andere tickt.

Deine Stephanie Fricke

Der Sommer ist schon da…

und hier wie auch jedes Jahr wie zu Beginn des Sommers unser Aufruf an Sie:
Trinken! Trinken! Trinken!

Wir können es nicht oft genug wiederholen, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr extrem wichtig ist. Gerade in unserem Pflegedienst hatten wir wieder das beste Beispiel: Ältere Dame, demenziell verändert. Aber man bekommt schon ein Gespür dafür und wir haben alle gedacht: „Mmmmh, da geht noch was.“ Unser Eindruck war, es liegt eine Mangelernährung vor in Form von Flüssigkeitsmangel und dadurch bedingt hat die Dame vergessen zu essen. Bei jedem Einsatz heißt also die Devise: Wir geben ihr reichlich Flüssigkeit, stellen ihr auch noch etwas hin und fordern sie auf, die Portionen bis zum nächsten Einsatz leer zu trinken. Und bei jedem Einsatz reden wir immer über diese Wichtigkeit. Nach einer Woche merkte sie, dass es ihr bedeutend besser ging, weil sie mehr trinkt, isst sie auch wieder besser. Ihre kognitiven Leistungsfähigkeiten sind deutlich gestiegen. Sie achtet jetzt selbständig darauf ausreichend zu trinken und sich ausgewogen zu ernähren.
Sollten Sie nicht wissen, wieviel sie trinken dürfen, fragen Sie Ihren Arzt.
Und hier jetzt für alle eine Anregung für eine leckere Erfrischung:
Kühler Sommerdrink – Sie benötigen 300 ml Kirschsaft (Kann man auch beim Kuchenbacken von einem Glas Schattenmorellen abnehmen), 1 Liter Wasser kochend mit 3 Beuteln Apfeltee aufbrühen, abkühlen lassen, mit dem Kirschwasser mischen und nach Bedarf mit Eiswürfeln auffüllen. Wer mag, kann 2 Stängel Basilikum darin ziehen lassen.
Dieser Saft ist auch für Kinder geeignet.

19. Mai 2022

Liebes Tagebuch,
soeben gab es ja ein Gewitter, Regen und somit auch eine schöne Abkühlung. Heute aber auch gestern war es ja fürchterlich schwülwarm. Ich persönlich liebe ja so ein Wetter. Draußen sind es fast 30 Grad, im Auto haben wir fast 70 und in den Badezimmern unserer Patienten sind es auch gut 30 Grad, denn da läuft meist noch die Heizung. Wir leben in der Pflege nach dem Motto: „Wir machen einen auf Thunfisch – im eigenen Saft ohne Aufguss.“ Wichtig ist, dass unsere Patienten nicht frieren. Denn schwitzen tun wir bei solch einem Wetter sowieso, ob die Heizung nun an ist oder nicht. Aber am allerwichtigsten ist die Flüssigkeitsaufnahme bei diesem Wetter und dazu mehr auf der Startseite.

Deine Stephanie Fricke